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Krankenschwester aus Spornitz Petra Anders war 47 Jahre immer für ihre Patienten da

Von Christiane Großmann | 10.09.2020, 07:00 Uhr

Team der Sozialstation Marnitz-Klinken bereitete seiner langjährigen Mitarbeiterin einen würdigen Abschied

Vom ersten Lehrtag bis zum letzten Arbeitstag im Dienste der Menschen tätig: 47 Jahre lang übte Petra Anders ihren Beruf als Krankenschwester mit Hingabe aus. In Spornitz und in den umliegenden Dörfern weiß jeder, dass die Arbeit immer ihr Lebensinhalt war.

1977 als Gemeindeschwester nach Spornitz gekommen

In ihrem langen Berufsleben hatte sie zwei Arbeitsstellen: Nach der Ausbildung im Stift Bethlehem Ludwigslust kam Petra Anders 1977 mit ihrem Mann Helmut nach Spornitz. Dort war sie bis in die Wendezeit als Gemeindeschwester und Sprechstundenschwester tätig. In der Umbruchzeit gehörte sie 1991 zu den Mitarbeitern der ersten Stunde in der neu gegründeten Diakonie-Sozialstation Marnitz-Klinken. Schwester Petra wurde von den Patienten und von den Kollegen gleichermaßen geschätzt, weil sie ein großes Herz hat, aber auch liebevolle Strenge walten ließ, wenn es dem Genesungsprozess förderlich war. Ein klares Wort zur richtigen Zeit zeigte nicht selten schneller seine Wirkung als jede Medizin.

Verdienter Abschied wegen Corona verschoben

Drei Sommermonate durfte Petra Anders schon mal schnuppern, wie sich ein Alltag ohne berufliche Verpflichtungen anfühlt, denn schon am 1. Juni hatte sie ihren letzten Arbeitstag in der Sozialstation. Den verdienten Abschied hoben sich ihre Kollegen auf, bis die Coronamaßnahmen eine würdige Feier zuließen. Jetzt war es soweit: Petra Anders konnte es selbst nicht glauben, wer ihr alles persönlich „Auf Wiedersehen“ sagen wollte.

Sogar Hausärztinnen aus früherer und heutiger Zeit sowie die Spornitzer Bürgermeisterin Britta Gnadke bekundeten ihr mit dieser Geste den größten Respekt. Allen voran bedankten sich ihre langjährige geschätzte Chefin, Pflegedienstleiterin Anke Funk, sowie Helmut Funk, erster Vorsitzender des Diakoniewerkes der Propstei Parchim als gemeinnütziger Trägerverein der Sozialstation, bei der engagierten Mitarbeiterin. Überwältigt von dem ganzen Trubel nahm Petra Anders das Abschiedsgeschenk ihrer Patienten entgegen, die so in Worte kleideten, was ihr langes Arbeitsleben ausmachte: Danke fürs Zuhören, Antworten, für Rat und Tat, Ihr Verständnis, fürs Wegweisen, Mut machen, für Ihre Geduld, die richtigen Worte zur richtigen Zeit, gemeinsames Lachen, unvergessliche Momente.

Dem Schicksal dankbar für ein erfülltes Berufsleben

Petra Anders ist dem Schicksal dankbar, dass sie genau dieses Berufsleben führen durfte: Für Menschen da sein, die ihre Zuwendung brauchten, wohl wissend, dass ein solcher Beruf auch immer mit Abschieden verbunden ist von Patienten, die einem ans Herz gewachsen sind. Die Arbeit über so lange Zeit in einem vertrauten Wirkungskreis brachte es mit sich, dass die Krankenschwester in vielen Haushalten zum Teil der Familie wurde.

Als Petra Anders, aufgewachsen in Barkow bei Stolpe, 1973 ihre Ausbildung aufnahm, war sie gerade 16 Jahre jung. Es war ihr Wunschberuf. Sie würde ihn wieder wählen, wenn sie sich noch einmal entscheiden müsste. „Es waren wunderbare Jahre, in denen ich immer gerne zur Arbeit gegangen bin. Und ich habe mein Rentenalter gesund erreicht. Das ist gar nicht so einfach“, resümiert die 63-Jährige.

Familie war in all den Jahren Anker und Rückhalt

Am meisten freut sich Petra Anders darauf, nun ihrer Familie etwas zurückgeben zu können. Profitieren sollen davon vor allem ihre beiden Enkelkinder, 5 und 13 Jahre jung. Denn dass sie ihren Beruf immer mit voller Kraft und ganzem Herzblut leben konnte, hat sie vor allem ihrem Mann und ihren beiden Kindern zu verdanken. „Meine Familie stand immer hinter mir.“