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Parchim Das sind die Pläne für die Martinimarkt-Alternative

Von Armin Kung | 19.08.2020, 07:00 Uhr

Es wird kein klassischer Martinimarkt, trotzdem arbeitet der Schaustellerverein an einer konkreten Alternative.

Den Namen "Mini-Martinimarkt" werde es nicht geben, sagt Dieter Schmidt vom Schaustellerverein Westmecklenburg. Trotzdem soll es eine alternative Veranstaltung zum beliebten Volksfest geben, die ähnlich und doch anders sein wird.

Martinimarkt-Alternative wird länger dauern

Der Martinimarkt findet normalerweise von Freitag bis Montag statt. 70 000 Besucher kommen pro Jahr auf das Gelände, im Durchschnitt 15 000 pro Tag. Aufgrund der Pandemie-Regeln soll die Alternative nun deutlich länger dauern. Zehn Tage Volksfest sollen die Besuchermassen entzerren und auf mehrere Tage verteilen, sagen die aktuellen Pläne der Schausteller. Der Vorschlag lautet, vom Freitag, 30. Oktober, bis Sonntag, 8. November, zu öffnen. Um die Anwohner zu schonen, sagt Dieter Schmidt, könne man sich vorstellen, unter der Woche nur bis 20 Uhr zu öffnen und am Wochenende bis 22 Uhr.

Wie viele Besucher gleichzeitig auf das Gelände dürfen, ist nicht abschließend geklärt. Die Regeln sind streng, der Martiniersatz soll kein Corona-Hotspot werden. Per Ausnahmegenehmigung des Gesundheitsamtes könnten bis zu 1000 Menschen erlaubt sein. Aber das müsse noch geklärt werden. Bisher planen die Schausteller mit 500 Gästen gleichzeitig auf dem Gelände.

Zaun, Container und Eintritt

Um die Besucherströme zu regulieren, bedarf es einer Umzäunung des Geländes an der Bergstraße. Nur so lassen sich die Menschen zählen und die Corona-Regeln einhalten. Wie auch in der Gastronomie mittlerweile üblich, wird es am Eingang eine Registrierungsstelle geben. Die Schausteller wollen dazu mehrere Container am Eingang platzieren.

Um die Mehrkosten für Zaun und Überwachung zu decken, soll ein kleiner Eintritt verlangt werden, der aber wiederum für Fahrgeschäfte genutzt werden kann. Dieter Schmidt rechnet vor: "Wenn wir zum Beispiel einen Euro Eintritt verlangen, dann kann der Gast 50 Cent davon für ein Karussell oder Geschäft einlösen".

Weniger Fahrgeschäfte und Buden

Alle Fahrgeschäfte und Buden der vergangenen Jahre werden nicht Platz finden können. Der Schaustellerverein versucht unter den Kollegen eine Lösung zu finden, die möglichst allen passt. Schließlich haben die meisten Schausteller seit Dezember vergangenen Jahres kein Geld mehr verdient.

Aber der Stellplatz ist begrenzt. Auf die Geländefläche gerechnet, braucht jeder Schausteller eine gewisse Meterzahl für sein Geschäft. Durch die Corona-Regeln müssen Ausschänke und Imbisse aus den Gängen heraus an die Seite gerückt werden. Auch das verkleinert die zu verteilenden Flächen für die Schausteller. "Etwa auf dem Dreieck, wo sonst immer Fahrgeschäfte standen, wird diesmal ein Parkplatz sein", sagt Schmidt.

Stadtvertreter entscheiden

Ist das Konzept fertig, müssen die Frauen und Männer in Parchims Stadtvertretung am 2. September eine Entscheidung treffen. Auf dem Spiel stehen eine jahrhundertealte Attraktion, die Gesundheit der Bürger und das Überleben einer kleinen, aber beliebten Branche.