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Sparkassen-Fusion "Parchim wird an Einfluss verlieren"

Von Armin Kung | 21.08.2020, 07:00 Uhr

Parchim wird nach der Sparkassen-Fusion seinen Sitz in den Gremien der Sparkasse verlieren. Bürgermeister Dirk Flörke schildert die Folgen für die Stadt.

Bürgermeister Dirk Flörke äußerte sich im Hauptausschuss kürzlich zur geplanten Sparkassen-Fusion und deren Folgen für Parchim. Die Stadt ist bis zur Fusion zwischen den Häusern Mecklenburg-Schwerin und Parchim-Lübz mit 10 Prozent an der regionalen Bank beteiligt. Die Beteiligung Parchims, sowie der Städte Lübz und Sternberg, würden bei einer Zustimmung im Kreistag an den Landkreis übergehen. Im öffentlich-rechtlichen Vertrag heißt es: "Der Zweckverband der Sparkasse Parchim-Lübz ist mit dem Beitritt aufgehoben. Die Beteiligungen der Städte Lübz, Parchim und Sternberg gehen auf den Landkreis Ludwigslust-Parchim über." Damit verlieren die drei mecklenburgischen Städte einen gewissen Einfluss, auch wenn dieser klein sei, sagte Flörke gegenüber den Mitgliedern des Hauptausschusses.

Mit dem Verlust der Beteiligung verlieren Parchim, Lübz und Sternberg ihre Plätze in der Zweckverbandssammlung und dem Verwaltungsrat der Sparkasse, entsprechend des 10-Prozent-Anteils. Und damit auch die Stimme in diesen Gremien. "Dort konnte man in der Vergangenheit schon sehr wohl seine Meinung einbringen", äußert sich Flörke gegenüber der SVZ.

Neue Stiftung für regionale Förderung

Zwar sei den drei Städten Plätze im Sparkassen Beirat zugesprochen, aber: "Dieses Recht ist natürlich nicht einklagbar", so Flörke im Hauptausschuss.

Dafür haben die drei Bürgermeister Einfluss auf die neuzugründende Sparkassen-Stiftung und die Verteilung des Stiftungsgeldes. Für den östlichen Teil des Landkreises Ludwigslust-Parchim, das dem bisherigen Geschäftsgebiet der Sparkasse Parchim-Lübz entspricht, wird eine Stiftung durch die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin errichtet.

Diese soll laut Entwurf mit einem Stiftungskapital in Höhe von 2,37 Millionen Euro ausgestattet werden. Die Stiftung wird mit 1,5 Millionen Euro im Jahr 2021 beginnen. Das Kapital soll in den Folgejahren sukzessiv erhöht werden. Die Bürgermeister Parchims, Lübz und Sternbergs könnten dann die Förderung regionaler Projekte im Osten des Landkreises mit überwachen.

Kreispolitik muss Städte vertreten

Dirk Flörke sagte im Hauptausschuss, dass derzeit geprüft werde, ob eine Absichtserklärung möglich ist, welche die Interessen Parchims gegenüber dem Landkreis schriftlich festhält.

Trotz der positiven Effekte die eine Sparkassen-Fusion mit sich bringen kann, appelliert Dirk Flörke an die Kreispolitiker aus den drei Städten: "Um die Interessen der Städte beim Thema Sparkasse mit einzubringen, müssen in Zukunft die Kreispolitikerinnen und Kreispolitiker aus der Region Sorge tragen".