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Reden statt Streiten Nachbars Kirschen schmecken meist besser

Von MIGB | 13.02.2014, 17:03 Uhr

Justizministerin stellt in Spornitz neue Broschüre zum Nachbarrecht vor

Es ist allgemein bekannt, dass Nachbars Kirschen besser schmecken als die eigenen. Das kommt sicherlich daher, weil man keinen Baum anpflanzen und schneiden muss, sondern man kann einfach nur bequem ernten. Doch ist das erlaubt? Und wie weit von der Grundstücksgrenze darf man einen Baum pflanzen? Darf ich abends nach der Arbeit noch den Rasen mähen? Wann riskiere ich möglicherweise einen Nachbarschaftsstreit, der eskalieren könnte?

Über diese Fragen gibt die neue Broschüre „Wie sich Streit vermeiden lässt“ Auskunft. Das 32-seitige Heft stellte am Mittwochabend die Justizministerin des Landes Uta-Maria Kuder in Spornitz vor. Im Dorfgemeinschaftshaus waren die Bürgermeister des Amtes Parchimer Umland eingeladen und bekamen die Informationen aus erster Hand und die Broschüre gleich dazu.

„Klar, schmecken Nachbars Früchte am besten, aber nur die, die am Boden liegen“, sagt die Ministerin. Abpflücken oder gar die Äste vom Nachbars Obstbaum schütteln darf man dagegen nicht. Auch wenn es keine klaren Regelungen darüber gibt, wie weit ein Baum von der Grundstücksgrenze entfern gepflanzt werden darf, sollte man die Faustregel beachten, dass, je größer der Baum werden kann, desto weiter entfernt sollte er stehen. „Aber wichtiger als konkrete Gesetzesvorgaben ist das Gespräch miteinander, wir wollen doch kein 'Zollstockgesetz', so eine Zentimeterregelung“, sagte die Ministerin.

Mecklenburg-Vorpommern hat als einziges Bundesland zwar kein Nachbarschaftsrecht, aber dafür gelten viele andere Regelungen, zum Beispiel das Bürgerliche Gesetzbuch. „Und was bringt eine mögliche Klage? Vor Gericht gibt es nur Gewinner und Verlierer und meist verhärten sich die Fronten noch mehr und ist außerdem auch kostspielig. Da ist das Gespräch zuvor, vielleicht bei einem Glas Bier, deutlich preiswerter und entspannter. Schließlich bleibt man ja Nachbar und sollte sich doch gütlich einigen und gemeinsam nach Lösungen suchen“, meinte die Ministerin.
Die Informationsveranstaltung, die der CDU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Waldmüller organisiert hatte, geht zurück auf eine Anregung von Erika Förster aus Parchim. Die Rentnerin bat Waldmüller um klärende Antworten zu diesem Thema, obwohl sie selbst nicht direkt betroffen ist. Im Laufe der kleinen Gesprächsrunde wurde auch die neue Broschüre zum Betreuungsrecht vorgestellt und auch dazu Fragen durch die Ministerin beantwortet. Die Broschüren sind in den Ämtern des Landkreises sowie direkt beim Schweriner Justizministerium in Schwerin, Telefon 0385 / 588 30 03 oder per E-Mail unter presse@jm.mv-regierung.de kostenlos erhältlich.