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Parchimer Umland „Mopsi“ ist gerettet und benötigt weitere Hilfe

Von Armin Kung | 22.10.2020, 16:00 Uhr

Der seit Wochen umherstreunende Mops ist gerettet. Doch der kleine Hund braucht weitere Unterstützung.

„Mopsis“ Leidensweg ist vorbei. Der kleine Hund wurde am Donnerstag von Anwohnern in Wozinkel in einer Lebendfalle gefunden. Er befindet sich nun in den sicheren Händen des Tierschutzvereins „FundHund“ in Keez. Damit geht eine mehrwöchige Aufregung um den wiederholt gesichteten Mops zu Ende. „Mopsi ist stark abgemagert. Die Wirbelsäule steht hervor, die Rippen sind sichtbar und er lahmt“, sagt Kerstin Westhoff vom Verein.

Sie und ihre Mitstreiter haben den Hund bei sich aufgenommen. Mopsi war vollkommen verdreckt und mit Parasiten überzogen. Er bekam ein Bad und Medikamente gegen Flöhe, Milben und Zecken. Am Freitag muss der Mops zum Tierarzt. Möglicherweise stehe dem Hund noch eine intensive Behandlung für sein kaputtes Beinchen bevor, hieß es.

Mopsi ist verängstigt

Nach Wochen in der freien Natur sei er ein typischer Angsthund geworden, wie man es von streunenden Hunden im Ausland kenne. Die Nähe zum Menschen beunruhigt den kleinen Kerl. „Als ich ihn das erste Mal auf den Arm genommen habe, hat sich bei ihm vor Angst direkt Stuhl gelöst“, sagt Westhoff. Die Tierfreunde werden nun versuchen, sich täglich zu Mopsi zu gesellen, um ihn langsam wieder an Menschen zu gewöhnen. Ein langwieriger Prozess.

Der Tierschutzverein „FundHund“ bittet daher um Spenden für Mopsi. „Das Geld wird ausschließlich für den Hund eingesetzt. In der Regel verbrauchen die Tierarztbesuche das meiste Geld. Und wenn er operiert werden muss, sind wir auf die Unterstützung angewiesen“, sagt die Ehrenamtlerin. Der Verein genießt Vertrauen in der Region und kümmerte sich auch um die misshandelte Französische Bulldoge „Gismo“, die vor zwei Jahren Schlagzeilen machte.

Mehr Informationen:

Spendenaufruf

Spendenkonto: DE37 1405 1362 1600 0567 21BIC : NOLADE21PCHPaypal über https://mecklenburgerfundhund.jimdo.com

Zwischen Parchim und Dobbertin gesichtet

Mopsi ist weit herumgekommen im Parchimer Umland. Schätzungen gehen davon aus, dass er bis zu neun Wochen in der Natur überlebt hat. Dem Verein wurden Sichtungen eines streunenden Mopses sogar in Goldberg und Dobbertin gemeldet. Erst auf den jüngsten SVZ-Artikel meldeten sich Menschen aus der Region. Die letzten Wochen hielt sich Mopsi vermehrt bei Wozinkel, einem Ortsteil Grebbins, auf. Wiederholt bemerkten Anwohner den Hund nahe der Ortschaft.

Kerstin Westhoff sprach persönlich mit den Menschen vor Ort und erklärte, wie sich der Hund einfangen ließe. Die Anwohner sollten es vermeiden, Katzenfutter rauszustellen oder Essensreste auf den Kompost zu schaffen. Dadurch war es möglich eine große Lebendfalle aufzustellen und Futterfährten zu legen, ohne dass der Mops woanders Futter stibitzen konnte. Die Menschen machten mit und der Plan ging auf. Kerstin Westhoff erstellte eine Sichtungskarte mit allen Orten und Zeiten, an denen der Hund gesehen wurde. Dadurch konnte sie ein Profil erstellen, um die Falle so präzise wie möglich zu platzieren und Fährten zu legen.

Eine Familie in Wozinkel kontrollierte die Falle für Mopsi regelmäßig, auch um beispielsweise Katzen, Marder oder Waschbären daraus zu befreien. Am Donnerstag saß dann Mopsi in der Falle.

„Den Anwohnern ist es besonders zu verdanken, dass er gerettet werden konnte.“
Kerstin Westhoff vom Tierschutzverein "Mecklenburger FundHund"