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Tierwohl Mops irrt seit Wochen über die Felder des Parchimer Umlands

Von Armin Kung | 20.10.2020, 13:55 Uhr

Tierschutzverein für Fundhunde appelliert dringend, das Tier weder zu suchen noch zu locken.

Das Schicksal eines kleinen Hundes bewegt die Tierfreunde die Region. Seit Wochen streunt ein Mops über die Felder des Parchimer Umlands. Wiederholt wurde er gesichtet, das jüngste Mal vor wenigen Tagen. Im Internet hat sich eine regelrechter Hype um den Mops entwickelt. Auf Facebook melden Menschen ihre Sichtungen, die zwar gut gemeint, doch äußerst schädlich für den verunsicherten Mops seien, sagt Kerstin Westhoff vom Tierschutzverein „Mecklenburger FundHund“ aus Keez. Sie ist in dem Fall bereits aktiv und warnt: „Die Versuche den Hund zu locken, zu füttern oder sogar einzufangen sind kontraproduktiv für sein Wohl“.

Ist es so schwer, einen Mops zu fangen? Ja, sagt eine Tierschützerin, die sich seit 1995 für Hunde einsetzt. In der freien Natur, ohne den Kontakt zu Menschen, verwildert ein Hund nach wenigen Tagen. Er werde scheu und meide jeglichen Kontakt. Ein gutgemeinter Tierschutz-Tourismus werde den Hund weiter verstören.

„Der Mops ist mittlerweile scheu und sitzt Tag und Nacht unter Sträuchern oder irrt über die Felder. Jegliche Verfolgung verstärkt dieses Verhalten weiter. “
Kerstin Westhoff vom Tierschutzverein "Mecklenburger FundHund"

Aufenthaltsort soll geheim bleiben

Deshalb bittet der Tierschutzverein, den genauen Aufenthaltsort des Mopses nicht zu veröffentlichen. Wer den Hund zufällig sehe, könne den Verein unter 0172 6097794 anrufen. Längst wurden professionelle Maßnahmen zum Einfangen des Tiers getroffen. Die Tierschützerin hat eine große Lebendfalle aufgestellt. Die Falle ist mit einer Lichtschranke ausgestattet, die automatisch auslöst, wenn der Hund sie betritt. In dem Gebiet um die Falle herum, legte Kerstin Westhoff weiträumige Fährten, die sternenförmig zu der Anlage führen. In der Hoffnung, dass der Hund ohne Stress selbst die Falle betritt.

Wo kommt der Hund her?

Der Mops hat ein beiges Fell und soll nach manchen Meldungen etwas humpeln. Ob der Hund wirklich verletzt ist, konnte noch nicht geklärt werden. Außerdem handele es sich um einen Mops-Mischling. Die Rasse ist nicht dafür gezüchtet, lange in der freien Wildbahn zu überleben. Vermutlich ernähre sich das Tier von Kuhfladen und Katzenfutter, dass es in der Nähe findet. Dennoch muss man davon ausgehen, dass sich der Mops in einem sehr schlechten Zustand befinde.

Westhoff vermutet, dass das Tier ausgesetzt wurde. Die ersten Sichtungen fanden wiederholt an einer Landstraße statt.

„Unserer Erfahrung nach suchen Hunde ihre Menschen an der Stelle, an der sie ausgesetzt wurden. Deswegen streunen ausgesetzte Hunde oft an Straßen und kehren immer wieder dahin zurück. Sie warten auf ihre Besitzer. “
Kerstin Westhoff vom Tierschutzverein "Mecklenburger FundHund"