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Parchim Mit Waffe in die Schule

Von CIHD | 26.01.2019, 05:00 Uhr

Polizei findet bei Kontrolle keine Drogen, aber verbotenen Wurfstern

Ein aufsehenerregender Einsatz am Fischerdamm: Vor der Parchimer Fritz-Reuter-Schule wurden gestern früh fünf Jugendliche bei einem Polizeieinsatz kontrolliert. Vorausgegangen waren Zeugenhinweise, dass an der Bushaltestelle vor der Schule ein Jugendlicher seit einiger Zeit mit Drogen dealen würde. Die Zeugen lieferten eine eindeutige Personenbeschreibung. Die Polizei hatte diesen Hinweis ernst genommen und den betreffenden Bereich gestern Morgen überprüft. „Der entsprechende Jugendliche ist morgens auch aufgetaucht und es kamen vier weitere hinzu. Da haben die Beamten augenscheinlich gesehen, dass etwas Unbestimmtes von Hand zu Hand weitergegeben wurde“, so Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Die Kollegen entschieden operativ, schnell zuzugreifen. Drogen wurden dabei nicht festgestellt, jedoch hatte einer der Jugendlichen einen Schlagring und einen Wurfstern bei sich. Beide Waffen sind verboten. Die Gegenstände wurden durch die Polizei sichergestellt. Mit der Untersuchung konnte der Sachverhalt noch vor Ort aufgeklärt werden, sodass seitens der Polizei keine Sofortmaßnahmen nötig waren. Ein Zeuge des Einsatzes moniert das Vorgehen der Beamten. Der empörte Vater sagte gegenüber der SVZ, dass die Jugendlichen „wie Schwerkriminelle“ kontrolliert worden seien. Zudem habe ein Schüler bei der Kälte seine Jacke während der Durchsuchung ausziehen müssen. Das sei ein Unding. Polizeisprecher Klaus Wiechmann entgegnet, dass die Durchsuchung nötig war: „Für den Zeitraum einer Minute ist das zumutbar gewesen. Wir mussten sichergehen, dass sich nicht noch andere gefährliche Gegenstände in den Jacken befinden.“ Sicherlich sei so ein Einsatz für eine Stadt wie Parchim kein alltägliches Bild, aber, so Wiechmann, das Prozedere ist gesetzlich in dieser Form vorgesehen.

Gegen den 14-Jährigen, der Schlagring und Wurfstern – wohlgemerkt auf dem Weg in die Schule – bei sich führte, wurde Anzeige wegen Verstoß gegen das Waffengesetz erstattet. Da man mit 14 Jahren strafmündig ist, kommen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen auf ihn zu. Carlo Ihde