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Chancen auf weiße Weihnacht Mit Schlitten oder Kutsche zum Fest?

Von Wolfried Ptzold | 10.12.2016, 05:00 Uhr

Starke Temperaturschwankungen. Wetterstatistik trübt die Aussichten

Wird es endlich einmal wieder Weiße Weihnachten zwischen Plauer und Schweriner See geben? Die Wetterprofis halten sich bedeckt. „Das kann zwei Wochen im Voraus niemand genau sagen“, sind sich die Meteorologen einig und sprechen vom Trend. Von Übersee wird eine nasskalte Periode mit Optionen auf Schnee ab Höhen von 400 Metern prognostiziert. Eine Verlagerung eines Hochdrucksystems in Richtung der britischen Inseln sei schuld. Deutschland könnte vor Weihnachten in den Einflussbereich einer nasskalten Nordwestwetterlage kommen. Erst um den vierten Advent sei Klarheit möglich.

Auch der erfahrenste Meteorologe in der Parchimer Region, Werner Schulz, beteiligt sich nicht an Spekulationen und setzt seit Jahrzehnten auf belastbare Daten. Seine Weihnachtswetter-Langzeitstatistik, die den als Wetterfrosch der Ruhner Berge bekannt geworfenen Profi auch im Ruhestand nicht los lässt, macht wenig Hoffnung. In der Region ging in den zurückliegenden 120 Jahren der Traum von Weißen Weihnachten selten auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass an allen drei Tagen eine wei-ße Pracht herrscht, liegt gerade mal bei 15 Prozent.

Wie spannend Wetter sein kann, hat auch der jüngste Herbst eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Werner Schulz hat sich alle Fakten genau angeschaut. „Der September glich einem Spätsommermonat. An allen Tagen wurden die normalen Temperaturwerte überschritten und erreichten mit 30,5 Grad Celsius am 13. September ihren Höhepunkt“, so der Experte. Mit 131 Stunden (140 Prozent) war auch die Sonne besonders fleißig. Im November gab es einen kleinen Vorgeschmack auf „Winter“. Die Schneewolken schafften es zwar nicht in die Marnitzer Region, aber die Temperatur sank hier am Erdboden auf minus 9 Grad Celsius.

Schlitten oder Kutsche? Diese Frage beschäftigt Hans Göldnitz aus Matzlow immer wieder neu, wenn er nach Parchim zur Bescherung der Kinder fährt. Aber er hat vorgesorgt: Sein Gefährt lässt sich umschalten, von Kufen auf Gummiräder. Wirklich clever...

Rückblick

  • In den zurückliegenden mehr 120 Jahren lag die Quote „Weiße Weihnachten“ (durchgehend an allen drei Tagen) in der Region bei rund 15 Prozent.
  • In den 60er Jahren gab es gleich sechs Mal zum Fest eine Schneedecke.
  • Auch das gab es zum Fest:1944: Tiefsttemperaturen bis minus elf Grad Celsius1910: Zehn Grad Celsius und regnerisch1961: Minus 21 Grad Celsius über der Schneedecke1977:15 Grad Celsius1997: Bis 10 Grad Celsius und ziemlich viel Wind2009: Am Heiligabend wurden in Marnitz fünf Zentimeter Schnee und am ersten Feiertag vier Zentimeter Schnee gemessen.2010: Bis minus 12 Grad Celsius, sehr schneereich (bis 20 Zentimeter
  • Als wärmste Weihnachten gingen bislang in die Statistik ein: 1977 mit 15 Grad Celsius am 24. Dezember; 1974, 1980, 2011 und 2013 wurden Temperaturen zwischen 11 und 13 Grad Celsius ermittelt.
  • Gut erinnern können sich sicher viele an das Weihnachtsfest im Vorjahr. Schon vor den Festtagen war nicht Schneefegen, sondern Rasenmähen angesagt. Weihnachten kletterte das Thermometer dann sogar über die 10-Grad-Celsius-Marke.