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Imkernachwuchs gesucht Mehr Bienen braucht das Land

Von Wolfried Ptzold | 21.12.2016, 14:48 Uhr

Eldeland-Bioimkerverein startet Projekt für Imker-Nachwuchsgewinnung „Bienen-Paten“ und „Bienenretter 2017“ gesucht

Kurz vor Weihnachten sitzen tausende  Bienen dicht aneinander gedrängt in einer so genannten Wintertraube. Die Königin wird von ihren Arbeiterinnen im Wechsel auf mindestens 25 Grad Celsius warm gehalten. Und was macht in  Zeiten, wo keine Pflanze blüht und die Bienen das Sammeln von Pollen und Nektar zwangsläufig eingestellt haben, eigentlich der  Imker? „Der Winter ist für  Bienenvölker eine kritische Phase. Da muss die Beute kontrolliert werden, damit Krankheiten keine Chance haben. Und es ist  Zeit, um sich weiter zu bilden und das kommende Bienenjahr vorzubereiten“, sagt Wolfgang Pfeffer vom Eldeland Bioverein, der sich in Drefahl am Fuße der Ruhner Berge seit acht Jahren mit der Bienenhaltung beschäftigt.

Die Freude, die der 53-Jährige mit seinen Bienenvölkern hat, möchte  er gerne mit  anderen teilen. Aber da liegt das Problem. „Die Bienen machen sich vielerorts rar. Viele   Freizeitimker  geben  ihr Hobby aus Altersgründen auf und potenzielle Neueinsteiger  brauchen Unterstützung “, weiß Wolfgang Pfeffer aus eigener Erfahrung.

Ein unvergessenes Bild aus Kindheitstagen in Niederbayern  war für Wolfgang Pfeffer ein Schlüsselereignis, dass den Imker bis heute begleitet. „Während der Kirschblüte war das Summen der fleißigen Bienen nicht zu überhören. Als unsere Familie vor acht Jahren nach Drefahl zog, habe ich das sehr vermisst. Das wollte ich unbedingt ändern und habe zunächst auf der Buga und danach bei Experten Kontakt gesucht“, erzählt Wolfgang Pfeffer. Inzwischen hat er nicht nur 14 eigene Bienenvölker, die aus ihren Holz-Beuten in den Garten ausschwärmen, sondern sogar ein Zertifikat als anerkannter Bio-Imker. Rund um Drefahl gebe es schließlich rund 80 Prozent Weiden und Wiesen in Bio-Qualität und auch das Know-how seiner Bienenzucht entspricht den strengen Kriterien. Über eine Erzeugergemeinschaft wird der hochwertige Honig auch über das Internet vermarktet.

Am 7. Januar lädt Wolfgang Pfeffer  Frauen und Männer ein, die sich schon einmal mit dem Gedanken beschäftigt haben, selbst Bienen zu halten. Bei einer kostenfreien Auftaktveranstaltung, die um 15 Uhr im Marnitzer Bürgerbüro in der dortigen Ringstraße beginnt, möchte er einen Einblick geben, was es heißt, als Hobby oder im Nebenerwerb zu Imkern. Vorgestellt wird auch der Terminplan für die geplanten Theorie- und Praxiskurse. „Ziel ist, dass die Teilnehmer im Frühjahr 2017 mit der eigenen Bienenhaltung starten können. Auch beim Bezug der Bienenvölker bekommen sie Hilfe“, verspricht Wolfgang Pfeffer. Erste Interessenten hätten sich bereits gemeldet. „Wer mitmachen will, sollte am 7. Januar einfach in Marnitz vorbeischauen.“

„Wir müssen das Bienen- und vor allem das Imkersterben stoppen. Bienen gehören in jedes Dorf“, ist sich Wolfgang Pfeffer mit seinen Mitstreitern einig. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, auf vielen Ebenen die Werbetrommel zu rühren. Dazu gehört auch, die Aktion „Unternehmer retten Bienen“. „Mit einer Patenschaft für ein Volk müssten 400 Euro vorfinanziert werden. Im Gegenzug gibt es Honig, der an Kunden weiter gegeben werden könnte“, so Pfeffer. Am Jahresende soll dann auch der „Bienenretter 2017“ öffentlich gekürt werden.

Kurse für Neueinsteiger
Wolfgang Pfeffer vom Eldeland Bioimkerverein lädt am 7. Januar 2017 von 15 bis 18 Uhr in den Versammlungsraum im Bürgerbüro Marnitz (Ringstraße) zur kostenlosen Auftaktveranstaltung für Imker-Neulinge ein, die sich mit Bienen als Hobby oder im Nebenerwerb beschäftigen wollen. Anmeldungen sind nicht nötig. Infos unter: www.bienenlandprojekt.de