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Parchim Mehr als 5000 Kindern in Not eine Freude bereitet

Von Christiane Großmann | 23.09.2020, 16:39 Uhr

Regina Jochmann ist nicht mehr Sammelstellenleiterin für die Geschenkaktion "Weihnachten im Schuhkarton"

Bei Familie Jochmann in Slate herrschte 13 Jahre lang jeweils im Herbst gute sechs Wochen Ausnahmezustand. Dann drehte sich bei Jochmanns ein Großteil des Alltags um die weltweit größte Geschenkbewegung für Kinder in Not: „Weihnachten im Schuhkarton“. Das Wohnzimmer wurde zum Umschlagplatz, in dem die Geschenke für den Weitertransport vorbereitet wurden - in 13 Jahren exakt 5038 Päckchen. Die Türklingel oder das Telefon läuteten in dieser Zeit am laufenden Band, weil Spender ihr Päckchen persönlich abgeben oder einen Abholtermin für die Geschenke vereinbaren wollten.

Die ganze Familie machte mit

Die ganze Familie unterstützte alle Jahre wieder das Herzensprojekt von Regina Jochmann. Als die sechsfache Mutter im Herbst 2007 ihr Ehrenamt übernahm, waren ihre Kinder 19, 14, 12 und 9 Jahre alt und die Zwillinge ebenfalls schon 18. Doch inzwischen steht der Nachwuchs längst auf eigenen Beinen. Die Kinder sind erfolgreich im Beruf, die jüngste Tochter steckt mitten in der Ausbildung zur Erzieherin. Vier Kinder sind verheiratet und haben eine Familie gegründet. Nun macht die Slaterin ihre bereits vor zwölf Monaten geäußerte Ankündigung wahr: Sie hat die Sammelstelle abgegeben.

Jetzt ist es an der Zeit für etwas Neues

Viele treue Päckchenpacker wollen es kaum glauben. In den zurückliegenden Tagen erhielt sie sogar schon die ersten Anfragen zu „Weihnachten im Schuhkarton“. „Das ehrt mich sehr. Es war mir 13 Jahre lang eine große Freude, mit meiner Familie dieses Projekt unterstützen zu können“, sagt Regina Jochmann und gesteht: "Wenn ich nur daran denke, wie viel Liebe und Aufmerksamkeit die Spender aus unserer Region in die Päckchen gepackt haben, bekomme ich schon wieder eine Gänsehaut." Nichts desto trotz sei nun der Zeitpunkt gekommen, sich noch einmal einer neuen ehrenamtlichen Aufgabe zuzuwenden. Regina Jochmann denkt da zum Beispiel an Betätigungsmöglichkeiten, die sich im eigenen Wohnumfeld auftun könnten.