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Sorgt für Unmut Lange Straße: Parkzeiten halbiert

Von wolp | 17.02.2014, 13:24 Uhr

Halbierung der Parkzeiten / Fachamt begründet Aktion / Fahrtrichtung nun eindeutig beschildert / Blitzer beim Landkreis bereits beantragt

Parchim Als Marianne B. (Name geändert) vor wenigen Tagen mit ihrem  in der Langen Straße knapp zwei Stunden zuvor abgestellten Auto wieder starten will, entdeckt die Frau unterm Scheibenwischerarm einen  gelben Zettel. Der „Gruß“ stammte vom städtischen Ordnungsamt. Eine der Politessen, die „zufällig“ in unmittelbarer Nähe ihrer täglichen Arbeit nachging, konnte das Rätsel lösen: „Haben Sie nicht bemerkt, dass hier nur noch eine Stunde geparkt werden darf? Die Schilder wurden doch kürzlich überklebt“. Marianne B. war völlig überrascht: „Bislang konnte man hier zwei Stunden parken. Von einer Änderung habe ich nichts gehört. Die neuen Schilder habe ich übersehen “. Ihre Hoffnung, dass es bei einer Verwarnung bleibt, geht womöglich ins Leere. Ähnlich dürfte es in den vergangenen Tagen vielen Parchimern gegangen sein. „Leider ist dies wieder typisch. Da wird im Rathaus verkündet, dass mehr Bürgerfreundlichkeit einziehen soll und in der Realität werden wir nur abgezockt“, macht Marianne B. ihrem Ärger Luft.

Und in der Langen Straße gibt es  noch weitere „Überraschungen“ zu entdecken. Nachdem unser Leser Jens-Peter H. den Verkehrsexperten aufgezeigt   hat, dass die bisherige Beschilderung nicht eindeutig regelt, dass in dem verkehrsberuhigten Bereich für Fahrzeuge ein Richtungsverkehr von der Lindenstraße zum Neuen Markt gelten soll, wurden jetzt zusätzlich „Einbahnstraßenschilder“ gut sichtbar montiert. Warum dies nach jahrelanger Prüfung und Diskussion so lange gedauert hat, bleibt das Geheimnis der Verkehrsplaner. Mit dieser eigentlich simplen Veränderung, dürfte die Sicherheit in der Langen Straße auf jeden Fall verbessert werden.

Nachdem sich eine deutliche Mehrheit der Stadtvertreter für die Umwidmung der früheren Fußgängerzone in einen verkehrsberuhigten Bereich entschieden hat (wir berichteten), gibt es weiterhin Unmut über die Belästigung von Anwohnern und Passanten durch rücksichtslose Verkehrsteilnehmer.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilt die Verkehrsbehörde mit, dass sie auf Grund von Hinweisen der  Gewerbetreibenden und eigener Beobachtungen die Parkzeit am 6. bzw. 7. Februar  von bislang zwei Stunden auf eine Stunde halbiert hat, um die Parkfrequenz in der Langen Straße zu erhöhen. Nun können theoretisch doppelt so viele Autofahrer anhalten, parken und womöglich einkaufen. „Eine Bekanntmachung erfolgte nicht, weil die Verkehrsschilder an sich eine Bekanntmachung sind“, heißt es aus dem zuständigen Fachamt der Stadt Parchim. Mit Kontrollen der Politessen sei jederzeit zu rechnen.

Völlig offen ist bis dato, ob der Vorschlag von Bürgermeister Bernd Rolly, in dem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich einen stationären Blitzer zu installieren, in absehbarer Zeit umgesetzt wird. Bestätigt wurde gestern, dass bei der zuständigen Ordnungsbehörde des Landkreises bereits ein entsprechender Antrag gestellt worden ist. Der Bürgermeister hat für seine  Idee vielfach Unterstützung bekommen. Einige der in der Straße ansässigen Geschäftsleute sind mit den zum Teil viel zu schnell fahrenden Fahrzeugen nicht einverstanden und befürworten Geschwindigkeitskontrollen. Mit mobilen Messungen waren die Beamten des Polizeihauptreviers an ihre personellen Grenzen gestoßen. Wenn es die Temperaturen zulassen, will die Stadt die mobile Messtafel – die   nur die Geschwindigkeit anzeigt, ohne  das Kennzeichen zu erfassen – in der Langen Straße vorübergehend anbringen. Ob der „Wink mit dem Zeigefinger“ dauerhaft wirkt, bezweifeln Experten.