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Mönchhof in Parchim Kompromiss für die Neugestaltung des Mönchhofs bahnt sich an

Von Christiane Großmann | 22.10.2020, 16:00 Uhr

Seit 2017 wird über die Umgestaltung des Mönchhofes in Parchim diskutiert. Fällt im Dezember die finale Entscheidung?

Ein bisschen mehr Grün und um Kosten zu senken, noch ein paar Abstriche am Wasserspiel: Das ist der Auftrag des Stadtentwicklungsausschusses an den Planer in Sachen Umgestaltung des Mönchhofes. Nach langem Ringen um die Neugestaltung des Platzes in der Parchimer Innenstadt bahnt sich ein Kompromiss an. An der aktuellen Variante wird noch ein bisschen gefeilt. Dann schaut wieder der Stadtentwicklungsausschuss drauf.

„Ich denke, es war genau der richtige Weg, dass wir noch einmal völlig frei und vor allem sehr offen über die unterschiedlichen Vorstellungen zur Gestaltung des Mönchhofes sprechen konnten. So konnten gemeinsame Schnittmengen sehr sachlich und konstruktiv herausgearbeitet und ein möglicher Lösungsweg aufgezeigt werden.“
Andreas Scharfschwerdt, Vorsitzender Stadtentwicklungsausschuss

Andreas Scharfschwerdt, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, zeigt sich zuversichtlich: "Wenn es jetzt der Verwaltung und dem Planer gelingt, diesen politischen Gestaltungswillen - vor allem nach noch mehr Begrünung des Mönchhofes - planerisch und gestalterisch umzusetzen und damit den Finanzierungsrahmen zu halten, dann könnte sich in meinen Augen am Ende auch eine Mehrheit in der Stadtvertretung abzeichnen. Wir könnten dieses wichtige Infrastrukturprojekt noch in diesem Jahr auf den Weg bringen und im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen."

Ministerium macht eine klare Ansage

Das Planungsbüro ist darauf eingestellt, die Ausführungsplanung jederzeit auf den letzten Punkt hintreiben und mit der Ausschreibung beginnen zu können. Parallel dazu muss die Stadt den Fördermittelantrag aktualisieren. Bereits 2018 wurden der Stadt Mittel aus der Städtebauförderung in einer hohen sechsstelligen Summe zugesagt. Nachdem das Projekt ins Stocken geriet, musste der Antrag ein Jahr später auf Eis gelegt werden. Aus dem Energieministerium kam in dieser Woche ein deutliches Signal: Lothar Säwert, Referatsleiter für Städtebauförderung, legte Parchim nahe, das Vorhaben jetzt auf den Weg zu bringen oder die Fördermittel zurückzugeben und später neu zu beantragen. Für die neue Förderperiode gibt es schon jetzt wesentlich mehr Bewerber auf weniger zur Verfügung stehende Mittel. Scharfschwerdt gibt zu bedenken: "Ob Parchim dann nochmal Mittel für ein ähnliches Projekt bewilligt werden, da bestehen zumindest bei mir arge Zweifel."

Neue Stadtvertreter forderten mehr Grün

Auf dem Mönchhof soll eine Fahrradstation inclusive öffentlicher WC-Anlage entstehen. Sie kommt als schlichte Rahmenkonstruktion aus Beton daher. Holz scheidet aus, da das Material der Witterung und der Belastung nicht standhalten würde. Der Platz bleibt weiterhin verkehrsberuhigt. Die Diskussion um die längst beschlossene Neugestaltung des Areals kochte in den vergangenen Monaten wieder hoch. Mitglieder der 2019 neu gewählten Stadtvertretung machten insbesondere die Forderung „Mehr Grün statt Beton“ auf.

Stadt und Planer: Eine vitale grüne Oase hier nicht machbar

Stadt und Planer halten dagegen, dass man auf dem Mönchhof in sehr engen Grenzen im städtischen Raum unterwegs sei. Eine vitale grüne Oase lasse sich hier nicht schaffen. Der Aufwand wäre enorm und würde die Kosten unverhältnismäßig nach oben treiben. So müssten in Größenordnungen Leitungen umverlegt werden. Stellenweise wurden sogar erste Stimmen laut, die bisherige Planung komplett über Bord zu werfen und noch einmal ganz von vorn zu beginnen.

Unterm Strich: Jetzt wird alles noch teurer

Wie steht es eigentlich um die Kosten? 2017 entzündete sich die Diskussion um eine Bausumme von knapp über 931 000 Euro. Die Stadtvertreter stimmten der Umgestaltung seinerzeit nur unter der Maßgabe zu, dass noch einmal der Rotstift angesetzt wird. Dennoch glaubte man an einen Baubeginn im März 2018 und an eine Fertigstellung im November des gleichen Jahres. 2020 ist klar, dass die „abgespeckte“ Variante nicht mehr unter einer Million Euro zu haben sein wird. Frühestens im März 2022 kann der Mönchhof im neuen Glanz erstrahlen.