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Parchim Kinder pilgern auf dem Eisvogellehrpfad bei Parchim

Von Christiane Großmann | 29.10.2020, 06:00 Uhr

12 Jungen und Mädchen, drei Erwachsene sowie ein Hund verlebten zusammen einen herrlichen Tag mitten im bunten Herbst

Pilger auf dem Eisvogellehrpfad im Parchimer Wockertal: Zwölf Jungen und Mädchen aus ersten bis siebten Klassen ließen für ein paar Stunden den Alltag links liegen. Sie gingen einfach los, mit einem Rucksack voll Essen und Trinken, begleitet von drei Erwachsenen und mit einem vierbeinigen Freund im Schlepptau.

Gehen und dabei alle Zeit der Welt haben

Unterwegs nahmen sie sich alle Zeit der Welt, um ihren Gedanken an der frischen Luft freien Lauf zu lassen, die Umgebung zu erkunden, Spaß und Bewegung zu haben. Mit dieser Auszeit für einen Tag bot das Pilgerteam aus St. Georgen eine machbare und gelungene Alternative zu der eigentlich in den Sommerferien geplanten größeren Wanderung auf Pilgerwegen im Landkreis. Sie musste coronabedingt abgesagt werden.

Eine erstmals vom Pilgerteam der Georgengemeinde veranstaltete Tour führte 2019 von Parchim nach Ziegendorf, weiter nach Siggelkow und wieder zurück in die Kreisstadt. Die Idee für ein solches Projekt entwickelte sich auf der Abschlussfeier des Christenlehrjahres 2018 aus der Elternschaft heraus. Noch an Ort und Stelle fanden sich die ersten ehrenamtlichen Mitstreiter für das Pilgerteam. Zu ihnen gehört zum Beispiel Enrico Rese. Der Kontakt zur St. Georgengemeinde ergab sich über die Kinder seiner Lebensgefährtin. Sie besuchen die Christenlehre bei Gemeindepädagogin Heidrun Jessa.

Schon mehrere Pilgerwege gegangen

Enrico Rese aus Blievenstorf ist selbst schon einige Pilgerwege gelaufen: 2015 den Jakobsweg in Spanien ab Leon bis nach Santiago de Compostela. 2016 war er auf dem Franziskusweg in Italien von Assisi nach Rom unterwegs. 2018 lief er den portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela. 2019 folgte er wieder dem Franziskusweg von Florenz nach Assisi. „Da kommen insgesamt schon ein paar Kilometer zusammen“, scherzt der 46-Jährige, der beruflich in der IT-Abteilung im Diakoniewerk Kloster Dobbertin tätig ist. Schätzungsweise zehn Kilometer legte die Kinder-Pilgergruppe bei ihrer Tour auf Parchimer Straßen und Gassen und dann auf Waldwegen zurück. Gemeindepädagogin Heidrun Jessa:

„Es war ein herrlicher Tag mitten im bunten Herbst. Ich erlebte ausgelassene, neugierige Kinder in einer friedlichen Gemeinschaft.“
Heidrun Jessa, Gemeindepädagogin und Religionslehrerin

Enrico Rese beobachtet: „Die Kinder erfahren, dass es auch mal ohne Handy geht. Sie reden viel miteinander. Manchmal sind sie auch ganz ruhig und lassen die Umgebung auf sich wirken. Und sie sind am Ende des Tages und erst recht am Ende der Tour unheimlich stolz auf sich, dass sie die Strecke geschafft haben.“

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Hintergrund

Den Eisvogellehrpfad im Forstrevier Voigtsdorf gibt es seit Herbst 2017. Er wurde von Revierleiter Jens-Uwe Springer konzipiert. Das Projekt des Forstamtes Friedrichsmoor konnte mit Fördermitteln des Landes und der Europäischen Union verwirklicht werden. Auf dem etwa 1,1 Kilometer langen Rundkurs mit neun Stationen erfahren Wanderer viel über den auch als "Fliegenden Edelstein" bezeichneten Eisvogel.