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Neuregelung für Laster auf Bundesstraßen Jetzt kommt die Maut...

Von mbei | 25.12.2017, 05:00 Uhr

Ab Sommer 2018 müssen Spediteure auf allen Bundesstraßen zahlen. 600 Kontrollsäulen entstehen, eine davon bei Zapel-Ausbau.

600 blaue Säulen werden in ganz Deutschland entlang der Bundesstraßen aufgestellt. Sie sollen künftig die Lkw-Maut kontrollieren. Denn die gilt nach den Plänen der Bundesregierung ab dem 1. Juli 2018 auf allen Bundesstraßen für Laster ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

Das mit dem Einsammeln der Maut in ganz Deutschland beauftragte Unternehmen Toll Collect trifft die Vorbereitungen. Die erste Säule wurde Anfang dieses Jahres an der Umgehungsstraße in Schwerin zwischen Görries und Neumühle aufgestellt, wo bereits Mautpflicht besteht. Ein Testobjekt, von dem in jedem Bundesland zunächst eins zum Einsatz kommt.

Jetzt wird weiter gebaut: Ein Fundament für eine Kontrollsäule ist an der B 321 zwischen Parchim und Crivitz kurz hinter dem Abzweig Zapel-Ausbau entstanden. Noch stehen nicht alle Standorte fest, sagt Claudia Steen, Sprecherin von Toll Collect: „Die Planungs- und Zustimmungsprozesse laufen noch.“

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind die Säulen u.a. geplant an der B 5 in Redefin zwischen Hofchaussee/An der Wildbahn und Schulstraße, Fahrtrichtung Ludwigslust, an der B 321 in Marnitz zwischen Katersteg und Jarchower Bach, Fahrtrichtung Parchim und an der B 192 in Goldberg, Wendisch Waren an der Hauptstraße zwischen Galliner Straße und Alter Ziegeleiweg, Fahrtrichtung Langenhagen. „Weitere Standorte werden folgen“, so Claudia Steen. „Sobald die Zustimmungen vorliegen, werden zuerst die Gemeinden über den Bau des Fundaments informiert. Sobald die Säulen selber aufgebaut werden, informieren wir noch einmal.“

So erfuhr auch Uwe Kröger, Bürgermeister der Gemeinde Friedrichsruhe, von dem Standort bei Zapel-Ausbau. Kröger, der direkt an der Bundesstraße wohnt, beobachtet, dass offenbar die Autobahn von etlichen Mautflüchtlingen mit 40-Tonnern umgangen wird, die auf dem Abschnitt zwischen Suckow und Raben Steinfeld stattdessen die Bundesstraße 321 nutzen. Diese Belastung könnte sich reduzieren, wenn es sich für die Brummifahrer ab Sommer nicht mehr lohnt, weil sie auch auf der Bundesstraße zahlen müssen.

Seit Einführung der Maut auf deutschen Autobahnen im Jahr 2005 für Lkw ab 12 Tonnen wurde das Bezahlsystem immer weiter ausgebaut. 2007 waren die ersten rund 80 Kilometer Bundesstraßen mautpflichtig, die als parallele Ausweichstrecke für Autobahnen genutzt wurden. Heute müssen Spediteure auf 2300 Kilometern Bundesstraße zahlen.

Claudia Steen erklärt: Künftig betrifft es das gesamte Netz an Bundesstraßen mit knapp 40 000 Kilometern. Das Maut-Netz der Autobahnen umfasst rund 12 800 Kilometer.

Die 300 bereits existierenden Kontrollbrücken auf den Autobahnen und die 600 neu entstehenden Kontrollsäulen sollen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) ergänzen. Die Daten aus diesen Einrichtungen werden ausschließlich dann an ein Kontrollzentrum weitergeleitet, wenn bei einem Lkw ab 7,5 Tonnen der Verdacht besteht, dass nicht oder falsch gezahlt wurde, versichert Toll Collect. Alle anderen Daten würden sofort gelöscht. Optisch unterscheiden sich die Kontrollsäulen deutlich von Blitzersäulen für die Geschwindigkeitskontrolle. Sie sind höher und zudem farblich gekennzeichnet.

Die Technik sei so eingerichtet, dass der Fahrer bei den Aufnahmen nicht erkennbar ist, versichert die Toll-Collect-Sprecherin. Und mit diesen blauen Säulen sei auch keine Geschwindigkeitsmessung möglich.