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Mathias Brodkorb: Ja zum Theater Parchim

Von Michael-Günther Bölsche | 19.02.2014, 16:04 Uhr

Kultusminister äußerte sich beim kommunalpolitischen Abend der SPD Landtagsfraktion in Spornitz zur Unterstützung für einen Theaterneubau

Spornitz  „Der Theaterstandort Parchim wird gestärkt und wachsen! Dazu kommt die Fritz-Reuter-Bühne“, erklärte Kultusminister Mathias Brodkorb in Spornitz. Er versprach, dass  das Land mehr Geld zur Verfügung stellen würde und gab ein eindeutiges Ja zur Unterstützung eines Theaterneubaus.

Die SPD-Landtagsfraktion hatte  sich am Dienstag im Landhotel Van der Valk in Spornitz zu einer Fraktionssitzung und anschließend    zu einem kommunalpolitischen Abend mit vielen Ehrenamtlichen aus der Region getroffen. Vertreter von Wasserwacht, Feuerwehren, Kleingärtnerverband, der  Tafel kamen mit den SPD-Ministern und Fraktionsmitgliedern ins Gespräch.

Ministerpräsident Erwin Sellering   würdigte das Ehrenamt im Lande. Rund 100 000 Frauen und Männer engagieren sich in den unterschiedlichsten Vereinen und Verbänden. „Diese Personen brauchen die Anerkennung und Unterstützung der Politik und diese Veranstaltung ist auch eine Anerkennung, denn ohne Ehrenamt geht es nicht in dieser Gesellschaft“, betonte der Regierungschef.  Das Ehrenamt mache das Leben wärmer und liebenswerter.

 Karin Gruhlke vom Bürgerkomitee Südstadt stimmte dem Regierungschef zwar zu, dass man das Ehrenamt mehr würdigen sollte, beklagte aber, dass man „von den beantragten Zuwendungen keine Blumen kaufen dürfe und die Ehrenamtler zum Essen einladen wie hier heute Abend, ginge schon gar nicht“.  Sellering meinte, dass hier in der Tat mehr machbar sein und man darüber reden müsse. 

Wolfgang Westphal, engagierter Wasserretter seit vielen Jahren, beklagte, dass im Rettungsdienstgesetz die Wasserrettung stiefmütterlich behandelt werde. „Dies müsste eine Pflichtaufgabe ähnlich wie die der Feuerwehr sein“, so seine Forderung. Die neue Sozialministerin Birgit Hesse signalisierte Gesprächsbereitschaft zu diesem Thema.

 Aber Wolfgang Westphal hatte noch eine andere Sorge. „Die Kreisstadt steht nur auf dem Papier, das Zentrum wird immer weniger, stattdessen müsste der Status gestärkt und nicht weiter abgebaut werden“, meinte er. Mit der Antwort, so Westphal im Anschluss gegenüber unserer Redaktion, war er nicht so zufrieden. Denn er hörte: die Zentren werden insgesamt immer weniger, die Schülerzahlen gehen zurück und in dem dünn besiedelten Land  müsse man neue Prioritäten setzen.

„Außerdem müsse und könne sich selbst jeder mit seinem Ort identifizieren, ähnlich wie es in Banzkow geschieht. Und vieles muss vor Ort geregelt werden und sei nicht Aufgabe des Landes“, so der Ministerpräsident.  Kultusminister Mathias Brodkorb widersprach der Meinung des Abbaus an Institutionen in Parchim und brachte als Beispiel die Unterstützung des für das Landestheater ins Gespräch.

Kein so eindeutiges Bekenntnis gab es zum Erhalt der ODEG-Strecke Parchim - Lübz - Malchow. Karl-Heinz Stief aus Lübz erhielt vom neuen Verkehrsminister Christian Pegel die Antwort , dass „wir die Strecke nicht schließen werden, sondern wir ersetzen sie“. Die Strecke werde am schlechtesten genutzt und die Kosten seien zu hoch. Während ein Buskilometer rund 2,05 Euro kosten würde, stiegen die bei der Bahn auf das Fünf- bis Sechsfache.Der Bus sei auch aus Umweltgründen die bessere Variante, so der Minister. Man wolle Mitte März noch einmal mit allen Beteiligten  reden.

Zur vieldiskutierten Windkraftenergie meinte Dietmar Arendt aus Zölkow, dass man bei den Erlösen der Windkraftinvestoren die Kommunen beteiligen solle. Die eigenen Kassen sind leer, die Spargeltürme stehen vor Ort und die Gewinne gehen woanders hin.   Minister Pegel erklärte, dass bis zum Sommer ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden soll und damit die Investoren verpflichtet werden sollen, bei Ersatz- und Neubauten die Kommunen zu beteiligen.

Die Problematik des Zuwachses von Bedürftigen bei den Tafeln beklagte Martin Doller vom Rotary Club der Kreisstadt, der die Tafel seit 1998 betreibt. Er forderte, dass auch der Landtag sich der Demografie anpassen und sich verkleinern solle.