Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Verkehrsplan für die Zukunft In der Parchimer Altstadt soll es ruhiger werden

Von Christiane Großmann | 25.09.2020, 15:00 Uhr

Zukunftskonzept für Verkehrssituation kommt voran. Mittwoch beschäftigt sich der Wirtschaftsausschuss mit dem Thema.

So viel ist schon mal klar: Die Stadt will in den kommenden Jahren große Anstrengungen unternehmen, um eine Verkehrsberuhigung in der Altstadt hinzubekommen und die Situation für Fußgänger sowie Radfahrer im Stadtgebiet mit ihren Ortsteilen zu verbessern. Diese beiden Absichtserklärungen zeichnen sich als Kernpunkte im Leitbild für den neuen Verkehrsentwicklungsplan - kurz VEP – ab. Das bekräftigte Holger Geick in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Mittwoch Thema im Wirtschaftsausschuss

Holger Geick ist der für die Erarbeitung dieses Zukunftskonzeptes zuständige Mitarbeiter im städtischen Bauamt. Zum Stand der Dinge: Die von einem Fachbüro durchgeführte Verkehrsanalyse ist abgeschlossen, das Leitbild mit den verkehrspolitischen Zielstellungen für die nächsten zehn bis 15 Jahre entwickelt. Der für Stadtentwicklung zuständige Fachausschuss hat sich ausführlich damit beschäftigt. Am Mittwoch nächster Woche soll beides auch dem Wirtschaftsausschuss vorgestellt werden. Die öffentliche Sitzung findet am 30. September ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Etwa 45 Maßnahme-Ideen zusammengetragen

In der Arbeitsgruppe ist man unterdessen mitten in der nächsten Etappe auf dem Weg zum Verkehrsentwicklungsplan: Sie beschäftigt sich zurzeit mit konkreten praktischen Schlussfolgerungen, die sich aus dem Leitbild ergeben. Derzeit habe man etwa 45 Maßnahme-Ideen in sechs Handlungsfeldern gebündelt, sagt Holger Geick. Man sei noch in der Diskussionsphase, einiges müsse auch noch gestrafft werden. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus jeweils einem Vertreter jeder in der Stadtvertretung vertretenen Fraktion sowie vier von Berufswegen mit der Materie vertrauten Mitarbeitern der Stadtverwaltung zusammen. Sie trifft sich in etwa alle sechs Wochen, das nächste Mal Anfang November.

Infoveranstaltung für die Bürger geplant

Wenn der Maßnahmenkatalog steht, dann ist der Verkehrsentwicklungsplan im Entwurf fertig und kann in den zuständigen Fachausschüssen beraten werden. Anschließend wird der Zukunftsplan in einer Bürgerinformationsveranstaltung öffentlich vorgestellt. Das soll voraussichtlich zu Beginn des neuen Jahres passieren. Eigentlich bestand das Ziel darin, den VEP noch bis zum Jahresende vollständig unter Dach und Fach zu bringen. Doch man wolle auf den letzten Metern nichts überstürzen und sich bei so einem wichtigen Thema keinem zeitlichen Druck aussetzen.

Verkehrsberuhigt heißt nicht autofrei

Noch einmal zurück in die Altstadt, wo besonders viele, teils gegensätzliche Interessen aufeinanderprallen: Kunden wollen vorm Geschäft parken, Radfahrer mehr Freiheiten, Fußgänger ungestört durch die Innenstadt schlendern. Wunder könne man hier natürlich auch in Zukunft nicht erwarten, wenn man den räumlichen Realitäten ins Auge sieht. Sechs Meter Abstand zwischen Häuserfronten ließen sich nicht wegdiskutieren. Gerade im Zusammenhang mit dem neuen Verkehrsentwicklungsplan flammte die Diskussion um die Situation in der Langen Straße auf (wir berichteten).

Lange Straße verkam zur Durchfahrtsstraße

Die Meile verkam nach der Öffnung vor einigen Jahren immer mehr zu einer Durchfahrtsstraße. Verkehrsberuhigung wird in der Altstadt aber in Zukunft auf keinen Fall mit autofrei assoziiert. Vielmehr gehe es darum, Lösungen zu entwickeln, wie eine Durchfahrung unattraktiver gemacht werden kann und Leute motiviert werden können, auch mal aufs Auto zu verzichten und dafür das Fahrrad zu nehmen. Ein weiteres Signal: Die Stadt hält weiter an ihrer Citybuslinie fest als Zubringer vor allem für Menschen, die nicht so mobil sind.

Mehr Informationen:

Hintergrund

Der neue Masterplan hat die nächsten 10 bis 15 Jahre im Blick. Er bestimmt strategische Leitlinien für die Entwicklung von Mobilität und Verkehr in der 18.000 Einwohner zählenden Kreisstadt Parchim und schreibt den Verkehrsentwicklungsplan (VEP) aus dem Jahr 2002 fort. Der VEP ist ein Instrument der Stadtentwicklung, genauso wie zum Beispiel der Masterplan für die Regimentsvorstadt, das Kleingartenentwicklungskonzept oder das Wohnbaulandentwicklungskonzept.Weitere Infos finden sich über das Bürgerinformationssystem der Stadt Parchim allris. Über den Kalender kommt man auf den Sitzungsplan. Den Tagesordnungen sind die jeweiligen Dokumente angefügt.