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Alternatives Wohnen in Siggelkow Im Traumhaus schweben die Wände

Von Wolfried Ptzold | 04.02.2017, 05:00 Uhr

Christiane und Gerd Köhler genießen Landleben im einzigartigen Funktionshaus.

Noch haben nicht alle Bilder ihren Platz an den sonnengelben Wänden gefunden und einige Kartons sind noch auszupacken. Doch wenn Christiane (63) und Gerd (65) Köhler in ihrem großzügigen Wohn- und Essbereich das Frühstück mit knackig-frischen Brötchen vom Dorf eigenen Bäcker genießen, ist der Umzugsstress längst vergessen. Vor wenigen Tagen haben sie die Zelte im brandenburgischen Neurupin endgültig abgebrochen und sind in ihr Traumhaus nach Siggelkow gezogen. Das dies kein Haus von der Stange ist, wird schon auf den ersten Blick klar. Keine Klinker- oder Putzfassade, sondern fein geschnittenes Lärchenholz aus brandenburgischen Wäldern zieren die Außenfassade. „Auf unsere ,Klön-Tür’ sind wir besonders stolz“, sagt der Hausherr, öffnet die zweiteilige Eingangspforte und bittet hinein ins „Haus der Überraschungen“.

Gut fünf Monate reine Bauzeit sind ins Land gegangen, bis aus einer stattlichen Menge heimischer Kiefer, Stahl und recyceltem Kunststoff, Nägeln und Balkenschuhen sowie 60 Riesenschrauben ein statisch stabiler Raum mit flexiblen Wänden entstanden ist. Spektakulär war bereits Monate zuvor die „Grundsteinlegung“ auf einem Teil der früheren Försterei am Dorfrand von Siggelkow.

Nicht wie hierzulande üblich ein Betonfundament, sondern riesige Schrauben bieten Standsicherheit fürs gesamte Haus. Je nach Bodenbeschaffenheit wurden die Schrauben 1,30 bis 2,10 Meter mit einer Spezialmaschine in den Boden getrieben. „Die könnte man sogar wieder rausdrehen, falls das Haus abgebaut und an einem neuen Standort wieder aufgebaut werden sollte“, erklärt Gerd Köhler das Prinzip. Als Grundplatte dient dem Funktionshaus ein Holzboden auf Kreuzbalken. Die Außenwände wurden in nur rund drei Wochen von Zimmermann Andreas Schumann und seinem Gehilfen von der Gründung bis zur Hausspitze ohne Unterbrechung hochgezogen.

Ausgedacht hat sich alles Gerd Köhler, eigentlich Tiefbauspezialist und Inhaber eines privaten Planungsbüros. Als beratender Ingenieur mit so genannter „Baulagenvorlageberechtigung“ war der inzwischen 65-Jährige zunächst 15 Jahre in Niedersachsen, ab 1991 in Brandenburg und nun in Mecklenburg tätig. „Geträumt habe ich von meinem ,Auszeithaus Ruhner Berge’ schon lange. Ganz nach dem Motto ,Geht nicht, gibt es nicht’, sind wir unserem Lebenstraum damit sehr nahe gekommen“, sind sich Köhlers einig.

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