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Parchim Hier schwebt eine neue Kita ein

Von Christiane Großmann | 10.07.2020, 19:18 Uhr

Am Freitag wurden in der Südstadt 45 Containermodule aufgestellt. DRK-Einrichtung öffnet zum 1. September

Für Ali Yeni war der Einsatz am Freitag in der Parchimer Brunnenstraße eher eine kleine Übung: Er verantwortete hier den Aufbau von 45 Containermodulen für eine neue Kindertagesstätte. Seit 22 Jahren in der Hamburger Zweigniederlassung der Firma Sani tätig, davon 15 Jahre in der Bauleitung, hat er schon ganz andere Dimensionen gestemmt. Das in Borgstedt ansässige Unternehmen ist spezialisiert auf kurzfristige Raumlösungen in Modulbauweise, unter anderem für die Industrie, den Einzelhandel, Schulen, Kitas und Events. Bei seinem bisher größten Projekt sorgte der Bauleiter dafür, dass 600 "Boxen" für ein Wohndorf nach dem Baukastensystem millimetergenau an ihrem vorgeschriebenen Platz abgesetzt wurden.

Heute hier, morgen da: Das macht den Job für Ali Yeni so spannend. Flexible Arbeitszeiten, die Tätigkeit im Außendienst sind sein Ding. „Ich muss mich tagtäglich auf neue Situationen einstellen, denn jede Baustelle ist individuell“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin ein Macher und packe als Bauleiter selbst mit an, wenn Not am Mann ist.“ Neben Parchim hat er derzeit noch vier weitere Projekte laufen.

Am Montag beginnt der Innenausbau

Auf der Kita-Baustelle in der Südstadt arbeiteten am Freitag vier Fachmonteure Hand in Hand. Die Uhr lief, denn am gleichen Abend sollte jedes Modul am richtigen Fleck stehen. Schon am Montag geht es mit dem Innenausbau weiter. Eine Menge Handgriffe sind noch nötig, bevor aus vielen Modulen ein einheitliches Gebäude mit barrierefreien Übergängen wird. Speziell gebaut wurden sie für das DRK übrigens in einem Produktionswerk in Prag.

Die jeweils 2,8 Tonnen wiegenden Schwergewichte nahm Jürgen Rabe an den Haken. Er ist Autokranfahrer beim Spezialisten Ulferts-Wittrock. Seinen 200-Tonnen-Telekran mit einem 68 Meter langen Ausleger brachte er bereits zur Wochenmitte in Position. Stabilisiert wurde er mit 71 Tonnen Zusatzgewichten. Die vorbereitenden Bodenarbeiten hatten in den vergangenen Wochen Parchimer Bauleute von der Firma Universalbau erledigt. Das DRK als Bauherr der Südstadtkita machte schon beim Neubau der kürzlich übergebenen Sternberger Kita beste Erfahrungen mit den Universalbauern und ihrem Bauleiter Peter Müller.

Mit der Schaffung einer Übergangskita möchte der Wohlfahrtsverband die Not an Betreuungsplätzen in der Kreisstadt lindern helfen, bis er seine Neubaupläne in der Regimentsvorstadt verwirklicht. Als Termin steht das Jahr 2022. In der „Vorläuferkita“ in der Brunnenstraße können bereits zum 1. September 24 Krippen- und 45 Kindergartenkinder aufgenommen werden. „Willkommen sind alle Kinder von Familien, die für ihren Nachwuchs einen Platz in Parchim suchen“, sagt die zuständige Fachbereichsleiterin beim DRK-Kreisverband, Ines Müller.

Eine Chance für den Fachkräftenachwuchs

Geleitet wird die Übergangseinrichtung von Luisa Malitz. Sie startete 2014 als junge Fachkraft in der interkulturellen Kita „Kinderland“ im Berufsleben durch. Den Moment, als „ihre“ neue Kita in Parchim einschwebte, wollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. „Das ist eine so tolle Chance, etwas mit aufbauen und mitgestalten zu können“, freut sich die Erzieherin auf ihre neue berufliche Herausforderung. Zu gern hätte sie am Freitag einige Jungen und Mädchen aus dem Kinderland mitgebracht und ihnen nebenbei noch Parchims Bürgermeister Dirk Flörke vorgestellt, der ebenfalls einen kurzen Abstecher vom Rathaus zur Baustelle machte. Doch Petrus zeigte sich so uneinsichtig, dass alle fürchteten, die Kinder könnten auf dem Weg von der Weststadt in die Südstadt pitschnass werden.

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