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Scheunen-Weihnachtsmarkt Goldenbow Herzerwärmende Nachbarschaft

Von Redaktion svz.de | 03.12.2017, 18:37 Uhr

Erster Goldenbower Scheunen-Weihnachtsmarkt überzeugte auf ganzer Linie: Bürger für Bürger

„Hätte ich das geahnt, wäre ich doch mit einem größeren Grill angerückt“, stöhnte Ronald „Banny“ Banner am Eingang zur prall gefüllten Festscheune der Gemeinde. Friedrichsruhes gastfreundliches Original hatte – wie auch alle übrigen Akteure dieser Premiere – am Samstagnachmittag und Abend in der Tat alle Mühe, den Andrang zum allerersten Scheunen-Weihnachtsmarkt im Ortsteil Goldenbow zu befriedigen.

Dabei war hier alles „selbstgemacht“, wie Jutta Senger als Vorsitzende des federführenden Kultur- und Sportvereins stolz anmerkte. Denn sie hatte wieder einmal eine gute Idee Einheimischer aufgegriffen und nach Kräften befördert Die agile Truppe ist mit 23 unermüdlich Aktiven überall dabei, wo es in der Nachbarschaft darum geht, dass Bürger für Bürger da sind – unter anderem in der Modegruppe „Drüber und Drunter“, als Freizeit-Volleyballer und bei fast jeder Gelegenheit.

So durften Evi und Wolfgang Richter – die Dorfimker – dann auch mit leuchtenden Augen davon schwärmen, wie aus einer Nachbarschaftsidee um eine zunächst für private Treffen gebaute Glühweinhütte nach und nach das Projekt eines selbstgemachten Weihnachtsmarkts gedieh, welcher vor allem denjenigen „die Herzen erwärmen“ sollte, welche allein nicht zu den großen Weihnachtsmärkten in die Städte gelangen – also sowohl den älteren oder gebrechliche Mitbürgern als auch den jungen Familien mit kleinen Kindern.

Als zu dem angedachten Flohmarkt für gebrauchte Kindersachen, Spielzeug und Haushaltshilfen noch die Angebote einer so nie geahnten Menge talentierter Hobby-Bastler und Kunsthandwerker in den Dörfern kam, sei schnell klar geworden: „Wir brauchen die Festscheune!“

Und wenn Stimmen, wie die von Heide Blank, solch ein Anliegen vortragen, konnte die Friedrichsruher Gemeindevertretung wohl gar nicht anders, als das gerade nach dem Erntefest wieder fit gemachte Schmuckstück der dörflichen Geselligkeit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auch für die mobile Sanitäranlage fand sich in der Familie Kleinemöller ein heimischer Sponsor. Pünktlich zur Eröffnung um 14 Uhr loderte eine Feuerschale, umringt von eifrigen Stockbrot-GrillerInnen, draußen vor dem einladenden Scheunentor. Von drinnen tönten Adventsklänge. In den Duft der frisch gebackenen Waffeln von Kindergärtnerin Aurica Schulze, traditionellem Weihnachtsgebäck von verschiedensten Haushalten und Adventsschmuck aus Naturmaterialien – unter anderem von den Senioren aus der Tagespflege Crivitz – mischte sich auch das unvergleichliche Aroma einheimischer Hölzer.

Diese drechselte Günter Siemes zu drolligen Räucher- und Schmuck-Figuren oder Heinz-Detlef Blank präsentierte sie roh gesägt als Kerzenleuchter, Wichtel oder Tiersilhouetten. Er habe dafür gut ein halbes Jahr gewerkelt, meinte Forstwirt Blank schmunzelnd. Ohne zu erwähnen, dass er auch maßgeblich zum Entstehen jenes „im Lande dieser Tage wohl größten“ Adventskalenders beigetragen hat, dessen 24 Türchen ihrer Öffnung noch am selben Abend harrten. Dahinter verberge sich wirklich Originelles, gespendet von heimischen Kunsthandwerkern, verriet Heide Blank, die sich daraufhin gar nicht mehr über den Andrang an ihrem Lostopf wundern brauchte. Denn um die jeweilige Türchennummer drehte sich die kleine Lotterie.

Vor der mit Spannung erwarteten Auslosung am Abend käme aber noch der „Weihnachtsmann“ und nähme die Wünsche der Jüngsten persönlich entgegen, merkte Jutta Senger noch an. Für alle anderen würden die Wunschzettel natürlich direkt zum Weihnachtspostamt Himmelpfort befördert. Ihr eigener größter Wunsch und der der umtriebigen Mitorganisatoren aus allen Bereichen und Altersgruppen der Gemeinde jedenfalls sei schon in Erfüllung gegangen: „Unser erster Scheunen-Weihnachtsmarkt von Bürgern für die Bürger der Gemeinde“.