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Seniorenbetreuung Geborgenheit am Lebensabend

Von wolp | 08.02.2014, 12:23 Uhr

„Haus am Sonnenberg“ seit zwei Jahrzehnten Zuhause für pflegebedürftige Senioren / 100 Mitarbeiter sorgen für Rund-um-die Uhr-Betreuung

Darauf freuen sich viele Bewohner des Haus Sonnenberg am Juri-Gagarin-Ring ganz besonders. Einmal in der Woche kommt Dieter Pruhs aus Marnitz mit seinem Keyboard nach Parchim, um im Saal des Seniorenpflegeheimes ein kleines Konzert zu geben. Da kommen Erinnerungen auf. Zu den Ohrwürmern haben die Zuhörer früher das Tanzbein geschwungen. Nun genießen sie es, schunkeln ein wenig mit und lassen die Gedanken schweifen.

Im Haus am Sonnenberg laufen dieser Tage hinter den Kulissen die Vorbereitungen für ein besonderes Jubiläum. „Im Frühjahr 1994 wurde dieses Pflegeheim als eins der ersten Neubauten nach der Wende fertig gestellt. Den 20. Geburtstag wollen wir natürlich mit unseren Bewohnern und Gästen zünftig feiern“, sagt Astrid Bräuer, die hier seit 16 Jahren tätig ist und das Haus leitet. Inzwischen gibt es im Land mehr als 300 derartige Einrichtungen. Das Haus Sonnenberg gehörte zunächst zur Firma Lindner GmbH, die in der Region weitere Heime baute. Damit konnten Pflegebedürftige aus kleinen und vielfach in die Jahre gekommenen Einrichtungen aus Vorwendezeiten in moderne Neubauten umziehen. Im April 2011 übernahm das Diakoniewerk Kloster Dobbertin die Parchimer Einrichtung.

1994 gehörten Peter Helms, Hans-Otto Brehm , Brita Holetscheck, Waltraud Wichert und Hans-Henner Hoffmann, die noch heute hier leben, zu den ersten Bewohnern im Haus Sonnenberg. Auch die mit 104 Jahren älteste Bürgerin Parchims, Carla Markwardt, verbringt ihren Lebensabend in diesem Pflegeheim am Rande der Weststadt.

Knapp 200 Frauen und Männer werden in dem Seniorenheim rund um die Uhr betreut. Rund 100 Mitarbeiter von der Hausleitung bis zur Servicekraft sorgen dafür, dass sich die pflegebedürftigen Bewohner wohl fühlen. Viele von ihnen sind ebenfalls schon lange dabei. „Es ist ein schwerer, aber auch sehr schöner Job“, gibt Karola Kulla zu bedenken. Die Pflegedienstleiterin kann auf 22 Jahre Berufserfahrung verweisen. Ihre Mitarbeiterin Rosemarie Groß ist sogar schon 40 Jahre in diesem Beruf tätig. 16 Kolleginnen sind seit 20 Jahren dabei. „Junge Leute haben in Pflegeberufen gute Chancen. Leider scheuen sich viele, sich dafür zu entscheiden“, meint Hauschefin Astrid Bräuer. Sie rät jungen Leuten, die sich ein Bild von der Arbeit in einem Pflegeheim machen wollen, am besten selbst vorbeizuschauen und bei einem Praktikum erste Eindrücke zu sammeln. Annett Brüsewitz, die als Nachwuchskraft inzwischen für einen Wohnbereich verantwortlich zeichnet, hat den Beruf von der Pike auf erlernt und die guten Aufstiegschancen genutzt.

Einige der heutigen Bewohner haben sich schon vor Jahren dafür entschieden, ihren Lebensabend im Haus Sonnenberg zu verbringen. „Sie haben sich rechtzeitig informiert, zusammen mit Angehörigen einen Blick in die modern ausgestatteten Zimmer und Gemeinschaftsräume geworfen und den Umzug in Ruhe geplant“, so Astrid Bräuer. Andere sind nach einem „akuten Vorfall“ – wie die Hausleiterin sagt – plötzlich auf eine Rund-um-Betreuung angewiesen. Die 66 Einzel- und 27 Doppelzimmer sind fast hundertprozentig ausgelastet. Die Bewohner können ihr neues Zuhause mit Erinnerungsstücken individuell gestalten. Dazu gehört bei vielen der gewohnte Fernsehsessel, die Bilder der Verwandten oder das Bücherregal aus der früheren Wohnung. Und auch der Käfig für den Wellensittich findet auf Wunsch einen Platz.

Das gesellige Leben hat im Pflegeheim einen hohen Stellenwert. Neben den musikalischen Veranstaltungen im Parkettsaal sind Bingo, Kegeln und Kochkurse sehr beliebt. Regelmäßig finden Feste passend zur Jahreszeit statt. Einmal im Monat lädt Pastorin Jessika Wanke-Stockmann zur Bibel- und Bedenkzeit ein, weil es den Bewohnern nicht mehr möglich ist, zu ihr in die Kirche zu kommen. Für die, die nicht mehr selbst die Parchimer Zeitung lesen können, findet täglich eine Presseschau statt. Die Kooperation mit dem evangelischen Kindergarten „Arche“ in der Nachbarschaft sorgt bei den Jungen und Mädchen sowie den Senioren gleichermaßen für viel Freude.

Am 24. März werden die Bewohner den 20. Geburtstag des Hauses mit einem Unterhaltungsprogramm zünftig feiern.