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Plau am See Freude an Bewegung

Von Redaktion svz.de | 20.03.2018, 12:00 Uhr

Berufsperspektiven in der Heimat: Die Physiotherapie birgt eine Vielfalt von Methoden, um den Körper wieder fit zu machen

Die Welt ist weit, doch am schönsten ist es bekanntermaßen wo? Genau, zu Hause. So haben wir uns auf die Fahne geschrieben, einige Ausbildungsberufe in und um Parchim vorzustellen. Kurze Anfahrtswege, ein festes Gehalt und ein Platz mitten in der Heimat.

Manchmal kommt jemand nicht zu seinem Beruf, sondern der Beruf kommt zu ihm. So auch geschehen bei Marcel Möller, seit einem halben Jahr frisch gebackener Physiotherapeut im Plauer MediClin Reha-Zentrum. „Ich habe ihn quer durch den Wald gescheucht“, so Physiotherapeutin Catrin Grabow, die den 23-Jährigen damals behandelte.

Aufgrund einer Sportverletzung beim Handball kam der gebürtige Quetziner so in unmittelbaren Kontakt mit der heilenden Kraft der Physiotherapie. „Ich mag alles“, fasst es Marcel Möller knackig zusammen, was er von seiner jetzigen Profession hält. Die Physiologie hat es ihm angetan. Sie steht für die Gesamtheit des Körpers und all seinen positiven wie auch negativen Eigenheiten.

Hier aufgrund von Schmerzen im neurologischen – die Nerven und Muskulatur- oder im orthopädischen Bereich – die Gesamtheit des Stütz- und Bewegungsapparates- den betroffenen Patienten bei seinem Weg zur Heilung zu unterstützen und präventiv vorzugreifen sind Aufgabe des Physiotherapeuten. „Dafür sollte man an sich ein gutes Bewegungsgefühl und Freude an Bewegung selbst haben“ weiß Catrin Grabow, die seit 27 Jahren in diesem Berufsfeld unterwegs ist. Sie hält die Therapieleitung in der Bewegungstherapie im MediClin Neuro-Orthopädischen Rehazentrum Plau am See inne und sieht so tagaus, tagein, welche Eigenschaften ein angehender Auszubildender für diesen Beruf mitbringen sollte. So sollte der angehende Physiotherapeut kommunikationsfähig sein und der Sozialkompetenz eine hohe Wichtigkeit beimessen, da sich die körperliche Beeinträchtigung der Patienten oft auch auf die Psyche auswirkt.

Manche Patienten sind wenig motiviert, da liegt es also, auch, mit am Therapeuten, diese wieder auf die Spur zu bringen. Wiederum sitzen in den Gruppentherapien Menschen unterschiedlichster sozialer Herkünfte und Berufe zusammen. Diese alle dort abzuholen, wo sie sind, fordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. Doch: „Ich finde es schön zu sehen, dass ich Menschen schnell helfen kann“, sieht Marcel Möller den Lohn seiner Arbeit am Ende des Tages. Dieser beginnt morgens zwischen sieben und acht. Er und seine Kollegen erhalten von Catrin Grabow einen Computer-Ausdruck, auf dem, halbstündig getaktet, ihre Therapieeinheiten stehen. Da geht es von Rückenschule über Schmerzbewältigung bis zum Bewegungsbad. Ob in der Natur beim Nordic Walking, in der kleinen Sporthalle an diversen Geräten oder bei der Gymnastik im warmen Schwimmbad-Wasser- der Physiotherapeut ist wohl überall ein wenig unterwegs. Um diese Kompetenzen zu erhalten, wird die dreijährige schulische Ausbildung mit einem Staatsexamen abgeschlossen. Das breit gefächerte Wissen um Physiologie, Anatomie, Krankheitsbilder und Messverfahren wird den angehenden Physiotherapeuten an diversen Berufsschulen in Schwerin, Neubrandenburg und Rostock nähergebracht. Für vier, sechs, oder achtwöchige Praktika werden sie dann in den in den Berufsalltag „eingeschleust“.

Für Catrin Grabow ist die Ausbildung erst der Startschuss: „Es ist eine spannende Ausbildung mit viel Lernarbeit. Das ist dann der Grundfundus. Danach geht es richtig los“. Gemeint sind Spezialisierungen je nach Arbeitsbereich, wie Dermatologie, Onkologie oder auch die Kinderklinik. Die Patienten in Plau sind größtenteils im stationären Bereich angesiedelt, bleiben, je nach Befund, mindestens 21 Tage, bei neurologischen Herausforderungen können es sogar Monate werden. Eine lange Zeit, in der es wichtig ist, sich auch im Team der Therapeuten untereinander abzusprechen, zu unterstützen oder auszuhelfen. „Das Teamgefühl hier mag ich“, sagt Marcel Möller, der seit einem halben Jahr sein Examen in der Tasche hat. Und auch Catrin Grabow weiß, wie wichtig die Kommunikation untereinander ist, dass jeder von jedem lernen kann. Auch diverse Fortbildungen werden im Berufsleben durchlaufen und gerade auch das macht für Catrin Grabow ihre Berufswahl so faszinierend. „Darin liegt gerade der Reiz, man entwickelt sich immer weiter.“