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Parchim „Fleppen“ in amtlicher Verwahrung

Von Redaktion svz.de | 26.01.2019, 05:00 Uhr

Vier Monate hat Markus R.

jetzt Zeit, seine Fahrerlaubnis für vier Wochen zur amtlichen Verwahrung abzugeben. Wenn er sich aber zuvor noch einen internationalen Führerschein ausstellen lässt, kann er im geplanten Auslandsurlaub weiterhin Auto fahren. Eine Verkürzung des Fahrverbots gegen die Verdoppelung der Geldbuße kam bei der Verhandlung seines Einspruchs in der Parchimer Zweigstelle des Amtsgerichts jedoch nicht infrage, da der Beschuldigte einschlägig vorbelastet war.

Dem Elektromonteur hatte die Ordnungsbehörde des Landkreises vorgeworfen, auf der Autobahn 24 bei Hagenow in Richtung Hamburg durch eine Baustelle mit 146 anstatt der angezeigten 100 Stundenkilometer unterwegs gewesen zu sein. Richter Kai Jacobsen ließ keinerlei Zweifel am Messergebnis aufkommen. Auch die Fahreridentität wurde nicht bestritten. Die Geschwindigkeitsbeschränkung galt (ohne Wiederholungszeichen) für mindestens vier Kilometer und hätte seine Gültigkeit erst durch das Zeichen 278 oder eine andere Geschwindigkeitsausweisung verloren. Kurz vor dem Ende der Verbotsstrecke hatte die Ordnungsbehörde laut Richter Jacobsen insgesamt mindestens 43000 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt und dabei mehr als 6000 Verstöße festgestellt (14,3 Prozent). „Das hat die Kasse des Landkreises kräftig klingeln und die Arbeit des zuständigen Ordnungsamtes fast zusammenbrechen lassen“, wusste Richter Kai Jacobsen.