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Neues Baugebiet in Parchim Fernwärmeleitung muss einmal unter der Elde durch

Von Christiane Großmann | 15.08.2020, 07:00 Uhr

Erschließungsplanung für die neue Eigenheimsiedlung in der Regimentsvorstadt steht kurz vor der Fertigstellung

„Eine tolle Lage, mitten in der Stadt.“ Die Erschließungsplanung für das neu entstehende Wohngebiet in der Regimentsvorstadt war so richtig nach dem Geschmack von Dr. Frank Wobschal. Bis zum Abzug der sowjetischen Militärs kurz nach der Wende galt das Areal als weißer Fleck auf der Stadtkarte. Jetzt sollen sich hier etwa 50 Hausbauer den Traum vom eigenen Heim erfüllen können. Einen Eindruck, was daran alles an Infrastruktur hängt, bekam in dieser Woche der Stadtentwicklungsausschuss, als der Planer aus Wismar die weit vorangeschrittene Erschließungsplanung vorstellte.

Radverkehr wird im neuen Wohngebiet priorisiert

Das reine Wohngebiet wird sechs Straßen mit einer Gesamtlänge von 1,08 Kilometer haben. Mit einer Breite von 5,5 bis 6 Metern kommen sie „relativ komfortabel“ daher. Priorisiert wird hier der Radverkehr: Vier Planstraßen sind als reine Fahrradstraßen vorgesehen, das heißt: Radfahrer haben Vorrang, Autofahrer müssen sich den Radlern unterordnen. Radfahrer dürfen sogar ungestört nebeneinander in die Pedale treten. Die Stadt greift damit eine Anregung der ADFC-Ortsgruppe auf. Mit der Umsetzung dieser Idee würde Parchim eine Vorreiterrolle in Mecklenburg-Vorpommern einnehmen.

Stadtwerke erarbeiten mit Hochdruck technische Lösung

Versorgt wird das neue Wohngebiet über Fernwärme aus dem Biomasseheizkraftwerk der Stadtwerke in der Ziegendorfer Chaussee. Es bestehe kein Anschluss- oder Benutzerzwang, stellte die Stadt auf Nachfrage von Ausschussmitgliedern klar. Mit Hochdruck werde bei den Stadtwerken derzeit an der Erarbeitung des technischen Verfahrens gearbeitet. Hintergrund: Das Leitungssystem für die Fernwärmeversorgung muss einmal die Elde-Müritz-Wasserstraße unterqueren. Das soll durch eine Druckleitung (Düker) gewährleistet werden.

Fast zehn Kilometer Leitung kommen in die Erde

Insgesamt müssen zur sogenannten inneren Erschließung des neuen Wohngebietes fast zehn Kilometer Leitungen in der Erde versenkt werden, um die Bewohner mit Wasser, Strom, Wärme, schnellem Internet, Telefon- und Fernsehempfang versorgen zu können und damit Regen- und Schmutzwasser in geordnete Bahnen gelenkt wird. Ein Regenrückhaltebecken ist zu bauen. Zur Entlastung der Kanalisation werden zwei Pumpwerke benötigt, eins davon muss ebenfalls neu geschaffen werden. Zu klären sei jetzt die ein oder andere Detailfrage, bevor die endgültig fertiggestellte Planung noch einmal im Stadtentwicklungsausschuss behandelt werden soll.