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Schulstart in Marnitz Endlich wieder alle Schäflein unter einem Dach

Von Christiane Großmann | 04.08.2020, 07:00 Uhr

Schule "Am Ruhner Berg" legte am Montag einen gelungenen Start beim Rückkehr in die Normalität hin

Absperrbänder auf dem Pausenhof, am Tor zum Schulgelände ein „Empfangskomitee“: Das bildeten am Morgen dieses denkwürdigen ersten Schultages nach den Sommerferien Schulleiterin Babett Janke und ihre Stellvertreterin Katrin Pingel. Gegen sieben Uhr trudeln die ersten Schüler in der Schule „Am Ruhner Berg“ ein, Busse und Elterntaxis fahren im Minutentakt vor. Babett Janke und Katrin Pingel lotsen den Schülerstrom in die richtigen Bahnen, als wäre das schon immer ihr morgendlicher Job gewesen.

Am 3. August 2020 sind seit dem berüchtigten Lockdown am 13. März zum ersten Mal wieder alle Kinder und Jugendlichen der Schule „Am Ruhner Berg“ unter einem Dach versammelt: 76 Grundschüler und 160 Lernende an der Regionalschule aus etwa 35 Orten im Umkreis von Marnitz. Die 23 Abc-Schützen wurden am Sonnabend mit einem phantastischen Open-Air-Festakt im Arboretum in die Schulgemeinschaft aufgenommen. Klassenlehrerin Antje Klöckner, seit Sommer 2018 an der Marnitzer Schule tätig, ließ es sich am Montag nicht nehmen, die „Flöhe“ ihrer ersten eigenen Klasse persönlich vom Schultor abzuholen.

Schon vor den Ferien mehrere Szenarien entworfen

Die schrittweise Rückkehr zum normalen Unterricht ist an der Marnitzer Schule von langer Hand geplant. Weil niemand ahnen konnte, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, legte sich die Schulleitung bereits vor den Ferien mehrere Szenarien zurecht. Das Ganze dann unter den tagesaktuell geltenden Bedingungen in Papier und Tüten zu bringen, verlangte dem 20-köpfigen Kollegium in den letzten Ferientagen dennoch eine Menge „schöpferischen Stress“ ab, wie es Babett Janke so schön auf den Punkt bringt. „Aber die gedankliche Vorarbeit spielte uns da sehr in die Karten“, resümiert die Schulleiterin. Sie und ihre Stellvertreterin hielten nebenbei bemerkt auch während des gesamten Lockdowns täglich die Stellung in der Schule.

Kein Lehrer fällt für Präsenzunterricht aus

In Marnitz ist zum Schuljahresbeginn das vollzählige Kollegium an Bord: Kein Lehrer fällt für den Präsenzunterricht aus, weil er zur Risikogruppe gehört. Damit könne die Kontingentstundentafel gewährleistet werden: montags bis zu sechs Stunden, dienstags bis donnerstags bis zu acht Stunden, freitags ist generell nach der fünften Stunde Wochenende. Damit das ganze Zeitkonzept aufgeht, müssen vorerst jedoch manche Stunden um fünf Minuten, einige Blöcke um zehn Minuten verkürzt werden.

Unterrichtszeiten vorübergehend gestaffelt

Die Marnitzer Strategie zur Rückkehr in die Normalität sieht unter anderem so aus: Es gibt vier feste Schülergruppen, die jeweils ihren eigenen Aufenthaltsbereich auf dem Hof haben und sich im Schulgebäude nicht über den Weg laufen. Um den Schülerstrom zu kanalisieren, sind die Unterrichtszeiten leicht gestaffelt worden: Die ersten beiden Gruppen mit den jüngeren Schülern bis einschließlich Klasse 6 starten morgens um 7.30 Uhr und damit zehn Minuten früher als sonst, die anderen beiden Gruppen mit den älteren Schülern wie bisher um 7.40 Uhr. Jede Gruppe hat ihren vorgeschriebenen Eingang zum Schulhaus. Auch welches stille Örtchen besucht werden kann, ist festgelegt. Zwischen den Unterrichtsstunden sollen so wenig wie möglich Raumwechsel stattfinden. Die Fachräume werden selbstverständlich genutzt.

Dass der erste Schultag gleich mit einer Projektwoche beginnt, ist übrigens keine „Coronanotlösung“. Im Gegenteil: Am Ruhner Berg ist man seit zehn Jahren gut mit diesem Einstieg ins Schuljahr gefahren, Unterricht etwas anders zu gestalten. Dabei können auch die Brüder Conner (12), Leon und Max (beide 13) Edeling davon ausgehen, dass bis Freitag bereits die ersten Noten im Klassenbuch stehen. Die Geschwister aus Suckow haben das Gefühl, dass jetzt nach und nach alles normaler wird. Nach der langen Zeit von Homeschooling und tageweisem Präsenzunterricht sind sie sich jedenfalls einig: „Richtige Schule ist besser.“