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Mestlin Jugendgruppe sucht eigenen Treffpunkt

Von Franziska Gutt | 04.06.2020, 16:29 Uhr

Einige Mestliner Jugendliche fühlen sich zu alt für den Jugendclub.

„Es gibt eine Gruppe von Jugendlichen in Mestlin, die sucht einen eigenen Rückzugsraum im Ort“, erzählte Johann Oltmanns-Leimgruber gegenüber den hiesigen Gemeindevertretern am Mittwoch. Der Amtsjugendpfleger von Goldberg-Mildenitz war Gast auf der Gemeinderatsitzung, um zwischen einer Jugendgruppe und der Gemeinde zu vermitteln. Es handele sich um vier bis fünf junge Leute, die im Grunde „zu alt“ für den Jugendclub im Ort seien.

Im Jugendclub seien sie "fehl am Platz"

Die Besucher des Clubs am Marx-Engels-Platz sind überwiegend um die zwölf Jahre alt – die „Jungs“, wie sie auch vom ersten stellvertretenden Bürgermeister Günter Philipowitz genannt werden, sind im Alter von 16 bis 20 Jahren. Und wünschen sich seit langem einen Ort, an dem sie sich „ungestört“ und „ungesehen“ aufhalten könnten. Das bestätigt Philipowitz auf SVZ-Nachfrage, denn er kenne die Jugendlichen und auch ihr Problem.

Denn unter den Jüngeren im Club fühlten sie sich „fehl am Platz“, schließlich verfolgen sie naturgemäß andere Interessen. „Der Prozess, eine Lösung für die Jungs zu finden, sollte nun einmal angestoßen werden. Die Frage ist, wie es um den Rückhalt der Gemeinde steht“, so Oltmanns-Leimgruber auf der Gemeindevertretersitzung. „Sie bräuchten für ihre Treffen ein Dach über den Kopf, so dass sie nicht im Bushäuschen sitzen müssten“, verstärkte der Jugendpfleger sein Anliegen. Er möchte sich für die Gruppe einsetzen und vermitteln.

Unterstützung aus finanzieller Sicht schwierig

So gäbe es auch Formen von selbst verwalteten Jugendtreffs, bei denen es um mehr ginge, als unbeaufsichtigt Zeit miteinander zu verbringen. Einige Gemeindevertreter warfen ein, dass die finanzielle Situation im Ort prekär ist und dass das Herrichten eines weiteren Jugendraumes wenig Sinn habe, wenn sich die Gruppe altersbedingt nach einiger Zeit wieder auflösen würde. In der Vergangenheit habe es bereits Ideen wie die Sanierung eines alten Bauwagens oder die Unterbringung im ehemaligen „Obdachlosenheim“ gegeben, ist von Günter Philipowitz zu erfahren. Letzteres wäre wegen der Baufälligkeit des Gebäudes nicht zu verantworten gewesen.

Als nächstes soll ein Gespräch zwischen den Jugendlichen und den Gemeindevertretern stattfinden. „Hier können die Jungs selbst ihre Ideen äußern und man könnte sich einmal über das Ganze austauschen“, so der stellvertretende Bürgermeister. „Wir sind dazu bereit, eine Lösung zu finden und wenn sich etwas ergibt, dann ist die Unterstützung der Gemeinde da.“