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Zwischen Parchim und Plau am See Mehr Schwerverletzte bei Unfällen trotz Corona-Stillstands

Von Armin Kung | 19.07.2020, 18:00 Uhr

Das öffentliche Leben stand für Wochen still, doch die Zahl der Unfälle zwischen Parchim und Plau am See in den ersten Monaten des Jahres beeinflusste das kaum.

Das öffentliche Leben stand seit den harten Corona-Maßnahmen still. Bei Versicherungen, wie R+V, ging die Zahl der Kfz-Schäden nach eigenen Angaben im April im Vergleich zum Vorjahresmonat deutschlandweit um 20 Prozent zurück. Kontaktverbote und Home-Office sorgten dafür, dass deutlich weniger Autos auf den Straßen unterwegs waren. Auch in Parchim spricht die Polizei davon, dass die Unfälle in der Region spätestens mit dem Lockdown seit Anfang März spürbar zurückgingen. Neueste Zahlen zu Unfällen in der Region zwischen der Kreisstadt Parchim und Plau am See zeigen jedoch, dass der Corona-Effekt bei den Unfällen zwischen Januar und Mai 2020 verpufft.

„Eine tatsächliche Corona-Auswirkung oder gar ein Trend bei den Unfällen lässt sich nicht erkennen. “
Polizeisprecher Klaus Wiechmann

Etwa in der Stadt Parchim und dem Umland. Im vergangenen Jahr kam es hier in den ersten fünf Monaten zu 506 Unfällen im Straßenverkehr. Im Jahr 2020 lag die Zahl bei 494 Unfällen, und das trotz Corona-Stillstands. Ein geringer Unterschied.

Mehr Verunglückte trotz Lockdown

Die Zahl der Verunglückten im Bereich Parchim stieg im Corona-Halbjahr sogar an: von 51 auf 57 Menschen, die zu Schaden kamen.

Dabei wurden fast doppelt so viele Menschen bei Unfällen schwerverletzt wie im Vergleich zum Vorjahr. 2019 waren es 8 Schwerverletzte, in diesem Jahr 15 Schwerverletzte in Folge von Verkehrsunfällen. Die mehrwöchigen Zeiten des Stillstands hatten keinen dämpfenden Einfluss auf die schweren Unfälle in der Region. Der Corona-Lockdown verhinderte zwar einige Unfälle, doch die Monate vor und nach dem harten Lockdown machten dies wieder wett.

Die Zahl der Leichtverletzten blieb in Parchim dagegen stabil und sank leicht von 43 Leichtverletzten im Jahr 2019 auf 42 Leichtverletzte in 2020.

Lübz und Plau mit stabilen Unfallzahlen

Die Unfälle in Plau am See und Lübz gingen dagegen leicht zurück, von 417 im vergangenen Jahr auf 348 in diesem Jahr. Auch die Zahl der Verunglückten blieb stabil: sie sank von 33 auf 30. Dabei gab es 7 schwere Verläufe in 2019 und 6 Schwerverletzte in 2020. Bei den Leichtverletzten waren es 26 im vergangenen Jahr und 24 in diesem Jahr.

Zwar hatte Corona einen kurzzeitigen Effekt auf die Unfälle in der Region, doch die Zeit vor und nach dem Lockdown gleichen diese geringen Unfallzahlen wieder aus. Eine beunruhigende Entwicklung mit Blick auf zukünftige Unfallzahlen. Polizeisprecher Klaus Wiechmann sagt: "Wir hatten durch Corona ungefähr vier Wochen Ruhe auf den Straßen. Doch seitdem hat sich die Zahl sehr schnell wieder egalisiert".