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Museum in Parchim Dauerausstellung nach 35 Jahren zum Teil umgekrempelt

Von Christiane Großmann | 24.10.2020, 07:00 Uhr

Großes Finale am alten Standort: Modernere Präsentation soll Vorfreude auf Umzug in die Kulturmühle wecken

Obwohl das Parchimer Museumsteam gedanklich längst im Umzugsmodus ist, krempelte es kurzfristig die Dauerausstellung im Erdgeschoss um. Mit der ersten umfangreichen Veränderung der überfrachteten Sammlung nach 35 Jahren läutet die kleine Mannschaft um Benjamin Kryl den Abschied vom alten Standort ein. Eine komplett neu erdachte Ausstellung kann es in der Lindenstraße natürlich nicht mehr geben, sie folgt vielfach der ursprünglichen Darstellung.

Um so mehr spricht das mit den vorhandenen Ressourcen erreichte Ergebnis für sich. Man darf es als deutliches Signal an Parchimer sowie Touristen auffassen: „Es lohnt sich, noch einmal das Museum am alten Standort zu besuchen“, versichert Mitarbeiterin Carmen Zemke. Sie hat absolut Recht! Die neue Präsentation setzt auf Besucherfreundlichkeit mittels Themeninseln, die man sowohl chronologisch als auch unabhängig voneinander „abarbeiten“ kann. Grafisch gestaltete sparsame Texte sowie Kärtchen mit den Objekttexten, die sich in die Hand nehmen lassen, erleichtern den Zugang. Vorfreude auf die künftigen Möglichkeiten in der Kulturmühle kommt auf.

Großes Finale am alten Standort

Vor allem für das junge Publikum sollen nach Corona am jetzigen Standort noch weitere Ideen verwirklicht werden, Stadtgeschichte über die Sinne nacherlebbar zu machen. Mit der Umgestaltung kann die museumspädagogische Arbeit nun auf ein neues Level gehoben werden. Bereits vor der offiziellen Eröffnung durfte eine Grundschulklasse die neue Präsentation unter die Lupe nehmen. „Alle Kinder waren hellauf begeistert“, berichtet Benjamin Kryl. Bürgermeister Dirk Flörke lobt die letzte Dauerausstellung in der Lindenstraße als „das große Finale am alten Standort“.

Das neu gestaltete Erdgeschoss im ansonsten bis unters Dach vollgestopften Museumsgebäude besticht nach dem bewährten Prinzip: Weniger ist Mehr. Eine gelungene Idee sind die zu einer Videoschau aufbereiteten alten Parchimer Ansichten. Die Projektionsfläche für die Endlosschleife wird von einem alten Holzbilderrahmen eingefasst und fügt sich so nahtlos ins Ambiente ein. Kurator Benjamin Kryl schwärmt:

„Wir sind sehr glücklich mit dem Ergebnis. Alle Mitarbeiter haben mit Leidenschaft, Liebe und im gegenseitigen Respekt was Tolles geschaffen. Mit dieser Konstellation können wir hoffnungsvoll alle weiteren Schritte angehen.“
Benjamin Kryl, Museumsleiter

Mitkuratorin Carmen Zemke hebt besonders die Kultur des Miteinanders hervor, so wie sie es in den vergangenen Wochen erleben durfte: „Es hat einen Riesenspaß gemacht.“ Benjamin Kryl übernahm erst zu Jahresbeginn die Leitung der städtischen Einrichtung. Inzwischen bezeichnet er sich als "großen Fan dieser Stadt. Sie hat so viel zu bieten."

Projekt hat das Team zusammengeschweißt

Den Prozess der Ausstellungsumgestaltung verstand er als teambildende Maßnahme in einer Laborsituation. „Das hat uns zusammengeschweißt für die noch bevorstehenden Stressphasen. Der Erkenntniswert ist enorm. Wir wissen nun besser Bescheid, was wir wie erzählen wollen. Wir haben Abläufe optimiert und können besser einschätzen, wo Lücken in der Präsentation und Vermittlung aufzutauchen drohen. Wir stießen auf Schätze, die so nicht wahrgenommen wurden.“ Der Museumschef blickt selbstbewusst nach vorn: „Wir sind stolze Partner auf Augenhöhe, wenn wir in die Kulturmühle umziehen.“

Mehr Informationen:

Service

Ab 27. Oktober ist das Parchimer Museum wieder regulär geöffnet: Es kann dienstags bis freitags von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr besucht werden. Der Eintritt beträgt 2,50 Euro, ermäßigt ein Euro. Es sind die aktuell geltenden Corona-Regeln zu beachten (Mundschutzpflicht im Haus sowie das Abstandsgebot von 1,50 Meter). Außerdem muss die Zahl der Besucher, die sich zeitgleich in einem Raum aufhalten, begrenzt werden.