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Neuer Friedhof in Parchim Baumhain wird in diesem Jahr erweitert

Von Christiane Großmann | 20.07.2020, 16:07 Uhr

Immer mehr Menschen möchten ihren Angehörigen ein pflegeleichtes Grab hinterlassen. Stadt trägt diesem Trend Rechnung.

Es ist ein Trend, der auch in den kommenden Jahren weiter anhalten wird: Viele Menschen haben den letzten Wunsch, ihren Angehörigen ein pflegeleichtes Grab zu hinterlassen. Die Stadt Parchim als Betreiber des kommunalen Friedhofes auf dem Eichberg trägt dieser Entwicklung regelmäßig Rechnung. Keine drei Jahre nach der Fertigstellung des Baumhains kurz vor dem Volkstrauertag 2017 soll die sehr würdig gestaltete Anlage erweitert werden. Schon beim Anlegen des Baumhains hatte man diese Option im Blick gehabt.

Arbeiten beginnen noch in diesem Jahr

„Die Vorbereitungen für die Arbeiten laufen. Sie beginnen noch in diesem Jahr“, sagt die Leiterin der Friedhofsverwaltung, Christina Husung. Geplant sind 2020 ebenfalls Arbeiten auf dem Feld D, wo so genannte gepflegte Wahlgräber geschaffen werden. Anders als bei einer Gemeinschaftsanlage wie dem Baumhain können Hinterbliebene hier einen individuell ausgewählten Stein aufstellen und gestalten. Er findet seinen Platz auf einem Staudenstreifen, der ohne viel Aufwand sauber gehalten werden kann.

Erste Beisetzung auf dem Friedhof im März 1922

Seit fast 100 Jahren finden Parchimer ihre letzte Ruhe auf dem Neuen Friedhof. Die erste Beisetzung fand am 3. März 1922 statt. Die nach den Plänen des Regierungsbaumeisters Werner Cords-Parchim angelegte Begräbnisstätte umfasst mit dem historisch bedeutsamen Areal und nach mehreren Erweiterungen heute eine Fläche von 13,2 Hektar. Von den mehr als 9000 vorhandenen Grabstellen ist etwa die Hälfte belegt. Pro Jahr finden auf dem Neuen Friedhof durchschnittlich 268 Beisetzungen statt. Diese Zahl ergibt sich aus der Statistik der vergangenen 25 Jahre. Im vergangenen Jahr fanden 320 Verstorbene ihre letzte Ruhe in Parchim. Im letzten Jahr des vergangenen Jahrtausends, 1999, gab es 228 Beerdigungen. Das ist die niedrigste Zahl in dem betrachteten Zeitraum.

Erste Gemeinschaftsanlage Mitte der 1990er Jahre angelegt

Die Stadt reagierte ziemlich früh auf die steigende Anzahl der Nachfragen nach alternativen Bestattungsarten, bei denen mit dem Kauf der Grabstelle auch gleich die Pflege geregelt ist. Die erste Gemeinschaftsanlage entstand Mitte der 1990er Jahre auf dem Neuen Friedhof – für anonyme Urnenbestattungen. Nachdem die Nachfrage nach gepflegten beziehungsweise pflegeleichten Gräbern immer größer wurde, entstanden 1999 die ersten Rasenreihengräber und 2012 Urnenrasenreihengräber sowie in jüngerer Vergangenheit ein neues anonymes Grabfeld im Feld G. Christina Husung versichert: Obwohl der Trend seit Jahren rückläufig ist, werde es auch in Zukunft immer Wahlgräber für Särge und Urnen auf dem Neuen Friedhof geben.

Unterhaltung erfordert jährlich etwa 255 000 Euro

Für die Unterhaltung des gesamten Areals muss die Stadt pro Jahr etwa 255 000 Euro aufbringen. Darin sind noch keine Personalkosten enthalten. Versicherungen, Unterhaltung der Gebäude, Technik und Wasserspiele, Wartung der Computerprogramme in der Friedhofsverwaltung, Grünanlagenpflege und Betreuung der Gräber, die der Friedhof in Pflege hat, Baumpflege und Laubentsorgung, Betriebskosten für Strom und Wasser und so weiter: Da kommt schnell eine sechsstellige Summe zusammen.

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