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Parchim Automaten-Bomber zogen ohne Geld ab

Von UMIT | 03.12.2017, 21:00 Uhr

Sparkassen-Automat am Raiffeisenring gesprengt, Geldkassette blieb heil

Die Bankräuber von heute kommen als Sprengmeister. In der Nacht zu Sonnabend versuchten Unbekannte den Geldautomaten der Sparkasse Parchim-Lübz am Obi- und Real-Parkplatz in Parchim zu knacken. Die Sprengung gelang, das Geld blieb aber drin.

Wohnhäuser sind weit entfernt vom Parkplatz am Raiffeisenring. Vielleicht fühlten die Täter sich deshalb unbeobachtet, Gegen 2 Uhr am Sonntag früh leiteten sie nach ersten Polizeiangaben Gas in den viel genutzten Geldautomaten und zündeten das Gemisch. „Dabei wurde der Geldautomat komplett zerstört“, meldet Dörte Andersson vom Polizeipräsidium Rostock. Teile der Verkleidung schleuderten bis zu 28 Metern weit. Die Polizeisprecherin: „Die innenliegende Geldkassette konnte jedoch aufgrund der hohen Sicherung nicht erbeutet werden. Der genaue Sachschaden ist derzeit unbekannt.“ Das Gebäude des Baumarktes, an dem der Automat angebracht ist, blieb weitestgehend unversehrt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Ende Oktober 2016 scheiterten Automatenknacker schon einmal an demselben Parchimer Automaten. Die Vorgehensweise: Ein Gas oder Gasgemisch wird in die Geldautomaten geleitet und mit einer Zündschnur zur Explosion gebracht, um an die Geldbox mit den Scheinen zu kommen. Was die Täter offenbar nicht wussten: Moderne Automaten sind gasgesichert. Sie bauen keinen Druck auf. 318 Geldautomaten seien 2016 bundesweit gesprengt worden, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor, meldet das Bundeskriminalamt, das von organisierten Tätergruppen ausgeht.