Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Bürgermeisterwahl Obere Warnow Amtsantritt vor Weihnachten?

Von mbei | 05.12.2017, 05:00 Uhr

Neu gewählter Bürgermeister in der Gemeinde Obere Warnow Norbert Wille macht sich für die Jugendarbeit stark

Er ist gewählt, aber noch nicht im Amt: Norbert Wille erhielt am Sonntag die meisten Stimmen bei der Wahl des neuen Bürgermeisters in der Gemeinde Obere Warnow . Dieses Ehrenamt kann der 60-Jährige allerdings erst nach einer Einspruchsfrist und offizieller Vereidigung vor der Gemeindevertretung antreten. Das soll nach Auskunft von Wahlleiterin Christiane Schirdewahn voraussichtlich noch vor Weihnachten passieren.

Auffällig an der Abstimmung war die niedrige Beteiligung in Höhe von 45 Prozent. Nur 300 der 666 Wahlberechtigten gaben ihre Stimmen ab. Ernüchternd auch diese Zahl: Fast jeder zehnte Stimmzettel (29) war ungültig. Teils waren die Zettel durchgestrichen oder nicht ausgefüllt. Gerade 17 Stimmen machten am Ende den Unterschied zwischen Gewinner und Verlierer aus. Für Norbert Wille hatten sich 144 Wähler entschieden, für seinen Mitbewerber Mathias Ratheike waren es 127.

Sie hatte mit einem knappen Ergebnis gerechnet, sagte Gemeindewahlleiterin Schirdewahn am Tag nach der Abstimmung. Gerechnet habe sie allerdings nicht mit einer so geringen Beteiligung. Normalerweise sei das Interesse an Bürgermeisterwahlen größer als beispielsweise an einer Landtags- oder Europawahl.

Für Wahlgewinner Wille war die geringe Beteiligung indes „vorher klar“, wie er am Montag sagte. Es seien nur Zwischenwahlen, die bis Frühjahr 2019 zählen. Auch seien die Bürger immer frustrierter. Wille: „Man muss das Beste daraus machen!“ Er könne übrigens nicht verstehen, warum die Wählergruppen, die derzeit in der Gemeindevertretung sind, keine Kandidaten aufgestellt haben.

Für ihn heiße es jetzt erst einmal, sich kundig zu machen, so Wille. Dazu gehört, sich eine Übersicht zu verschaffen, was gelaufen ist. Erst als Gewählter komme er an bestimmte Informationen, zu denen er bisher keinen Zugang hatte.

Wie SVZ berichtete, waren die Neuwahlen in der Gemeinde Obere Warnow durch den plötzlichen Rücktritt vom früheren Bürgermeister Hartmut Bahl notwendig geworden, der sich nicht zu den Gründen geäußert hatte. Es gebe nur Gerüchte, so Norbert Wille: „Aber darauf gebe ich nichts.“

Als sein wichtigstes Anliegen bezeichnet der neue Bürgermeister, sich um die Jugendarbeit zu kümmern. Sie sei das Wichtigste in der Gemeinde. Investitionen in die Infrastruktur der Kommune könne man nicht ohne Geld machen und ohne Prioritäten festzulegen, so Wille. Ein Bürgermeister kann nicht allein entscheiden. Nichts gehe ohne Mehrheiten in der Gemeindevertretung. Das müsse man mit Gefühl angehen, meint Wille und baut in seiner künftigen Arbeit auf die Schreibstube für die Gemeinden, auf das Amt Parchimer Umland.

Norbert Wille hatte bereits zehn Jahre als stellvertretender Bürgermeister in den Gemeinden Grebbin und Obere Warnow gewirkt, war zuletzt aber nicht in der Gemeindevertretung. Er stammt aus der Kommune, wuchs mit seinen fünf Geschwistern im Ortsteil Kossebade auf. Nach Lehre und Studium schlug er eine Laufbahn als technischer Offizier ein und war nach der Wende auch noch zwei Jahre in der Bundeswehr. Danach machte er sich in Kossebade als Transportunternehmer selbstständig.