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Parchim Lauter Protest am Tag der Deutschen Einheit

Von Armin Kung | 30.09.2020, 16:40 Uhr

Am 3. Oktober zieht die Demonstration „Bass Protest“ durch Passend zum fünfjährigen Bestehen des Parchimer Flüchtlingsnetzwerks.

Am Tag der Deutschen Einheit wird es laut in Parchim. Ein breites Bündnis ruft zu einer Tanzdemo unter dem Motto „Bass Protest – Aufdrehen für mehr Empathie, Fairplay und ein nachhaltiges Morgen“ auf. Drei Wagen sind angekündigt, die mit der Demonstration durch die Stadt ziehen werden. Auf zwei Wagen, die mit Lautsprecher-Technik ausgestattet sind, werden DJ's Musik für den Demo-Zug auflegen. „Wir wollen den 3. Oktober mit einer positiven und lauten Tanzdemo durch Parchims Straßen ziehen und demonstrieren, wie wir uns die Zukunft vorstellen“, sagt Mitorganisatorin Hanka Gatter.

Der „Bass-Protest“ startet in der Wladimir-Iljitsch-Lenin-Straße um 14 Uhr und zieht voraussichtlich bis in den Abend durch die Stadt. Geplanter Endpunkt ist laut Veranstaltern das Gelände hinter dem Kino. Zu den Initiatoren gehören Fridays for Future, die Seebrücke Parchim, Vertreter der St. Marienkirche, Geflüchtete und Veranstaltungstechniker vom „Kollektiv Tontechnik“. Auf der Demonstration spricht unter anderem Kapitän Dariush Beigui, der als Kapitän des Schiffes „Iuventa10“ Menschen aus dem Mittelmeer rettete. Vor seiner Zeit auf dem Mittelmeer war Beigui Binnenfischer auf der Elbe in Hamburg.

Fünfjährigen Bestehen des Flüchtlingsnetzwerks

Die Demonstration wird auch vom „Netzwerk für Flüchtlinge, Demokratie und Toleranz“ aus Parchim mitorganisiert. Der Verein feiert in diesem Jahr fünfjähriges Bestehen, entschied sich aber dazu, die Feierlichkeiten aufgrund der Beschränkungen abzusagen. „Wir hoffen, das Netzwerkjubiläum im nächsten Jahr würdig nachholen zu können“, sagte Gatter auf dem Vereinstreffen am Dienstagabend.

Das Netzwerk gründete sich auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 und war unter anderem in der praktischen Flüchtlingshilfe in der Parchimer Tennishalle aktiv. Noch heute seien 25 Menschen im Netzwerk organisiert, wobei die Hälfte Geflüchteten im Alltag hilft und es sich bei der anderen Hälfte um passive Unterstützer handele. „Seit 2015 hat sich die Hilfsbereitschaft normalisiert und es ist schwieriger geworden, Menschen zu Spenden zu bewegen als noch vor einigen Jahren“, sagt Norbert Wiencke vom Netzwerk.

Zu den Höhepunkten der Vereinsarbeit zähle das „Kunterfarbige Familienfest“, das 2019 zum dritten Mal in Folge stattfand, oder auch der in Parchim gefeierte „Tag der offenen Gesellschaft“ auf dem Gelände der St. Marienkirche. „Als erfolgreich sehen wir es an, wenn wir es geschafft haben, Geflüchtete in unsere Veranstaltungen zu integrieren“, sagt Hanka Gatter.

Die nächste Aktion steht bereits in den Startlöchern. Am 13. November wird auch in Mecklenburg-Vorpommern wieder die Veranstaltungsreihe „Weltwechsel“ vom Eine-Welt-Landesnetzwerk initiiert, diesmal mit dem Slogan „Grenzenlose Solidarität“. Im Hort der Paulo-Freire-Schule ist eine Wimpelketten-Aktion geplant. „Wir wollen mit den Kindern Wimpel basteln, ähnlich tibetischer Gebetsfahnen, die dann in der Stadt aufgehängt werden“, kündigt Gatter an.