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Parchim Flughafen ab Oktober wieder mit kontrolliertem Luftraum

Von Armin Kung | 24.07.2020, 17:18 Uhr

Der Flughafen Parchim bekommt in einigen Wochen wieder eine Kontrollzone für startende und landende Flugzeuge.

Der Traum vom Flughafen Parchim als internationales Drehkreuz platzte vor über einem Jahr, Investor Jonathan Pang ist unauffindbar und blockiert den Weiterverkauf des Geländes. Mittlerweile parken Autos auf den Rollbahnen, um das Gelände wirtschaftlich zu nutzen. Selbst der Luftraum des Flughafens wird nicht vom Tower aus geregelt, die sogenannte „Kontrollzone“ ist dauerhaft deaktiviert. Der Luftraum Parchims kann durchflogen werden, ohne Absprache und Freigabe der Fluglotsen am Boden. Auf den ersten Blick keine rosigen Aussichten.

Positives Signal für Flugverkehr

Doch am 8. Oktober um 01.59 Uhr gibt es wieder ein Zukunftssignal. Die oberste Luftfahrtbehörde Mecklenburg-Vorpommerns wird dann den kontrollierten Luftraum über dem Flughafen wieder aktivieren. Voraussetzung für den regelmäßigen Verkehr auf und über der Anlage.

„Bei dem Flughafen Schwerin-Parchim handelt es sich nach wie vor um einen Verkehrsflughafen.“
Elgin Förster, Sprecherin Verkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommern

Das Ministerium ist gleichzeitig oberste Luftfahrtbehörde des Landes und regelt sämtliche Aufgaben der Luftfahrtadministration. „Lediglich die Kontrollzone ist voraussichtlich bis zum 8. Oktober deaktiviert“, so Förster.

Der Parchimer Flughafen trägt seit jeher den Namenszusatz „HX“. Das Kürzel aus der Flugkommunikation bedeutet, dass der Luftraum eine Kontrollzone hat, die nur bei Flugverkehr aktiviert wird. Dies geschehe regelmäßig bei An- und Abflügen von größeren Flugzeugen. Die Aktivierung der Kontrollzone zeigt, dass die Luftfahrtbehörde wieder Verkehr auf dem Flughafen erwartet oder zumindest erhofft. Sie solle außerdem dauerhaft bestehen bleiben, kündigte die Behörde an.

Die Kontrollzone des Flughafens ragt bis in das Stadtgebiet Parchims hinein. Trotz dessen haben die Menschen am Boden dadurch keinerlei Einschränkungen. Bis auf eine Gruppe: Drohnenpiloten.

Drohnen weiterhin verboten

Die bis Oktober deaktivierte Kontrollzone bedeutet allerdings nicht, dass Drohnen legal am Flughafen fliegen und fotografieren dürfen. Der Betrieb einer Drohne ist unabhängig davon in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern vom Zaun eines Flugplatzes verboten oder bedarf der Erlaubnis der obersten Luftfahrtbehörde Mecklenburg-Vorpommerns. Bei einem Verstoß beträgt das Bußgeld bis zu 50 000 Euro.

Fliegen darf bis zum 8. Oktober nur ein ortsansässiger Wartungsbetrieb für Luftfahrzeuge am Flughafen Parchim. „Für diesen liegt eine Ausnahmegenehmigung vor“, sagt Elgin Förster. Danach können auch wieder andere Flugzeuge starten.