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Lokales

20. September 2017 | 20:31 Uhr

Parchim -Ludwigslust künftig Eldekreis?

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erstellt am 24.Okt.2010 | 05:50 Uhr

Parchim | Ring frei für die Diskussion, welchen Namen das Großkreis-Kind "Südwestmecklenburg" künftig tragen soll: Nachdem Landkreis und Stadt Parchim in einer Erklärung zur Kreisgebietsreform unterstrichen haben, dass es nun darauf ankomme, Vorschläge zu vermitteln und als Fundament für das Zusammenwachsen von Regionen sowie das Miteinander von Menschen zu verstehen, fühlt sich zum Beispiel Walter Kintzel aus Slate bei Parchim persönlich angesprochen. Er favorisiert einen Namen, der sich von einem gemeinsamen Landschaftselement ableitet - die Elde. Sein Vorschlag heißt: Eldekreis.

"Dieser Fluss durchzieht wie ein blaues Band beide Altkreise", begründet Kintzel und erläutert: Vom Eintritt in den Plauer See, über Plau, Lübz, Parchim, Grabow und Eldena bis zur Mündung in die Elbe bei Dömitz werden markante Orte des Landkreises berührt. Viele Bäche und Gräben südlich der Nordsee-Ostsee-Wasserscheide entwässern zur Elde und berühren so einen großen Teil des künftigen Großkreises", argumentiert Walter Kintzel. Der 74-Jährige hat in Lübz von 1960 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1999 seine Berufung als Lehrer gelebt. Er hob 1990 den SPD-Ortsverein Lübz mit aus der Taufe, gestaltete nach der Wende viele Jahre als Abgeordneter bzw. sachkundiger Bürger Kreispolitik mit und engagiert sich bis zum heuten Tage unermüdlich für den Naturschutz.

Bedeutsam sei die Elde auch deswegen, weil sie der Fluss in unserem Bundesland ist, der mit 236 Kilometer die größte Lauflänge aufweise. 185 Kilometer davon seien schiffbar. Historisch wichtig findet Walter Kintzel den Fakt, dass der Name Elde vorslawisch, also etwa 1500 Jahre alt ist. Vor etwa 800 Jahren bildete der Fluss zeitweilig die Grenze zwischen den Bistümern Havelberg (gegründet 948) und Schwerin. Das Bistum Mecklenburg wurde 1062 gegründet, 1162 wurde der Bischofsitz nach Schwerin verlegt.

Von einem "Kunstnamen" , der aus irgendwelchen Silben zusammengesetzt wird, hält Walter Kintzel nichts. Ebenso wenig sei es seiner Meinung nach angebracht, den Namen Ludwigslust oder Parchim zu wählen. "Damit würde sicherlich die Bevölkerung eines Altkreises verprellt werden", gibt er zu bedenken. Ein mit Bedacht gewählter Kreisname hingegen könne wesentlich Identität stiften.

Das Gesetz sieht vor, dass die Kreistage der bisherigen Landkreise je einen Vorschlag für den künftigen Kreisnamen erbringen. Die Vorschläge der Kreistage Parchim und Ludwigslust stehen dann am Tag der Wahlen zu den neuen Kreistagen am 4. September 2011 zur Entscheidung an. Inzwischen haben auch die CDU-Führungsdamen aus Parchim und Ludwigslust, Karin Strenz und Maika Friemann-Jennert die Bürger ausdrücklich ermuntert, sich mit Namensvorschlägen an der Diskussion zu beteiligen.

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