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Innenminister Caffier lobt Arbeit von Präventionsrat : "Parchim ist ein gutes Beispiel!"

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"Es kann nicht früh genug mit Präventionsarbeit begonnen werden, um Werte und Normen zu gestalten!" Regine Wetzig von der Parchimer Bürgerstiftung weiß, worüber sie Innenminister Lorenz Caffier berichtet.

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erstellt am 28.Apr.2011 | 09:17 Uhr

Parchim | "Es kann nicht früh genug mit Präventionsarbeit begonnen werden, um Werte und Normen zu gestalten!" Regine Wetzig von der Parchimer Bürgerstiftung weiß, worüber sie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bei seinem Besuch des kommunalen Präventionsrates berichtet: Mit allen zweiten Klassen an den Parchimer Schulen veranstaltet die Bürgerstiftung jeweils an vier Projekttagen einen Trainingskurs für mehr Selbstsicherheit: "Die Kinder sollen ein Gefühl dafür entwickeln, wann sich brenzlige Situationen anbahnen oder ihnen Gewalt droht." Es gehe um kompetente Selbstbehauptung ("Mein Körper gehört mir!") und einfache, aber wirkungsvolle Selbstverteidigungsstrategien. "Vorbeugen ist der beste Schutz", weiß Wetzig.

Seit drei Jahren laufen diese Präventionskurse - ohne, dass es die Eltern einen Cent kostet. Dank der Fördergelder des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung (LfK) - dessen Vorsitzender Caffier ist - ist auch die vierte Auflage gesichert: Die Bürgerstiftung erhält dafür 4400 Euro.

Dem Parchimer Jugend- und Familienzentrum Club am Südring geht es dagegen finanziell weniger gut: "Eigentlich dürfte im ersten Quartal keine Arbeit laufen, weil uns das Jahresbudget meist erst später zugewiesen wird", klagte Karin Gruhlke. "In der Zwischenzeit stecken wir private Gelder rein." Linderung für diesen Engpass soll künftig eine so genannte Ein-Zwölftel-Regelung schaffen (siehe Info-Kasten). In diesem Zusammenhang legte Landrat Klaus-Jürgen Iredi Wert auf die Feststellung, "dass im Kreishaushalt jedes Jahr mehr Geld für die Jugendlichen da ist". Barbara Schlott, Sozialarbeiterin an der Parchimer Grundschule West, forderte das Land im Sinne von Präventionsarbeit auf, "mehr auf die Grundschulen zu gucken". Mit diesem Bereich identifizieren sich die Kinder, "er wird als Lernfeld für soziales Verhalten wahrgenommen". Innenminister Caffier sicherte zu, "diesen Weg stärker zu fahren: Wir erreichen mehr, wenn wir zeitiger beginnen". Jaqueline Röhr vom Parchimer Suchthilfezentrum regte an, die Förderung von Projekten auf längere Fristen als für ein Jahr auszurichten, "um mehr Kontinuität zu bewirken".

Vereinsberater Ralf Westendorf vom Kreisjugendring berichtete von der Jugendarbeit in der Parchimer Weststadt: "Jeder Cent ist dort gut angelegt." Besonders die Arbeit mit Migranten trage Früchte: "Es wird weniger Quatsch verzapft und mehr Verantwortungsbewusstsein gezeigt - das Sozialverhalten bessert sich." Jugendarbeit, so Westendorf, sei wie ein Leuchtturm, "der Verirrten den Weg in ein geordnetes Leben zeigt".

Dem pflichtete Caffier bei. Er habe, so der Innenminister, mit großem Interesse das Projekt des Trägervereins am Crivitzer Gymnasium verfolgt. Dort wurden Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet und bei Konflikten im Schulbereich eingesetzt. "Aus diesen Schlichtern sind junge Menschen geworden, die ihr Leben meistern", lobte Caffier.

Mit seinem Projekt "Die verlorene Sprache" sensibilisiert das Aphasiker-Zentrum der Plauer Reha-Klinik vor allem Gymnasiasten und Berufsschüler für das Schicksal von Opfern von Verkehrsunfällen oder Schlaganfällen: "Diese Menschen sind durch Hirnschäden gelähmt und leiden unter Sprechstörungen", verdeutlichte Anja Richter die Folgen. Emotionale Betroffenheit und Stille bei den Schülern sei begrenzt, werde aber immer dann erreicht, wenn Opfer selbst über ihren Schicksalsschlag berichten.


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