zur Navigation springen
Lokales

23. September 2017 | 07:40 Uhr

Palmen am Fuß der Ruhner Berge

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2010 | 07:38 Uhr

Marnitz | An diesem Wochenende könnten erste Sommerträume in Erfüllung gehen. Die Wetterprofis sind sich einig: Mit dem Hoch "Urs" wird Sonne satt dafür sorgen, dass auch zwischen Schweriner und Plauer See ein richtiger Sommertag mit Temperaturen über 25 Grad Celsius für gute Laune sorgt. Doch "Urs" wird sich schneller verabschieden als vielen recht ist und das Sommergastspiel wird kürzer ausfallen als erhofft. "Das ist alles eine Frage der Betrachtungsweise", gibt Werner Schulz zu bedenken. Dabei kommt dem Chefmeteorologen der Wetterwarte Marnitz des Deutschen Wetterdienstes eine der bekanntesten Bauernweisheiten in den Sinn: "Ist der Mai kühl und nass, füllt er dem Bauern Scheune und Fass". "Wetter wird heute in erster Linie als Teil der Freizeitgesellschaft gesehen, viel wichtiger ist allerdings der Einfluss auf die Natur und die Landwirtschaft", gibt der Experte zu bedenken. Mit Blick auf die Daten des diesjährigen Frühjahrs kann er selbst dem eher untypischen Frühjahr daher Gutes abgewinnen.

Nach einem trüben Frühling ein Supersommer?

"Wir sind von den zurückliegenden Jahren einfach verwöhnt. Auch wenn der Mai 2010 wirklich kein Wonnemonat war, gab es ähnlich trübe Frühjahrsmonate in der Marnitzer Region beispielsweise in den Jahren 1983 und 1996", weiß Werner Schulz, der seit mehr als vier Jahrzehnten als "Wetterfrosch der Ruhner Berge" die Fakten kennt. Die Sonne hat sich häufiger als üblich hinter dicken Wolken versteckt. Von März bis Mai gehen 43 trübe und nur sieben heitere Tage in die Langzeitstatistik ein. Im Mai 2010 haben die Sensoren 112 Stunden Sonnenschein registriert. Im Mai 2008 lag die Rekord-Sonnenscheindauer bei 361 Stunden. "Am Ende war es diesmal ein durchschnittlicher Frühling", so das Fazit des Experten. Menschen und auch die Natur reagieren empfindlich. Die Vegetation ist deutlich verzögert. Viele Pflanzen entwickeln sich einfach später. "Normalerweise blüht mein Affenbrotbaum von Weihnachten bis in den Februar. In diesem Jahr sind jetzt noch Blüten zu bewundern", freut sich Werner Schulz, der seinen Hausgarten mit exotischen Gewächsen eine ganz besondere Note verleiht. Auch viele seiner Kakteen haben offensichtlich auf die Sonne gewartet.

Für Werner Schulz steht fest, dass aus dem trüben Frühjahr keine verlässlichen Schlussfolgerungen für den bevorstehenden Sommer abgeleitet werden können. "Alles hängt von der Großwetterlage ab", weiß der Experte.

Bei einer stabilen Hochdrucklage über Skandinavien, ist mit trockenem Bilderbuchwetter in Deutschland zu rechnen. Mit Strömungen aus Südwest kommt warme und schwüle Luft, die für Schauern und kräftige Sommergewitter sorgen würde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen