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Lokales

19. September 2017 | 19:16 Uhr

Paket-Odyssee für zweimal 22 Euro

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2010 | 07:33 Uhr

güstrow | Haben Sie womöglich noch veraltete Paketaufkleber? Sofort prüfen, spätestens aber, wenn Sie wieder etwas verschicken! Wolfgang Ehrke hat nämlich eine ganz ungute Erfahrung machen müssen, als er kürzlich ein Paket nach Polen schickte.

Zunächst ging alles scheinbar glatt. Bei der Post-Filiale des famila-Marktes in der Güstrower Südstadt aufgegeben, blätterte unser Leser stolze 22 Euro dafür hin. Nach gut einer Woche aber kam das gute Stück wieder zurück! Darauf der Hinweis geschrieben: "Landangabe fehlt", dazu mit Fettstift drei große rote Fragezeichen.

Nicht genug des Ärgers, weil er Verderbliches wie Medikamente an Verwandte schicken wollte. Das Paket wieder zurück gebracht, sollte der Gutower noch einmal 22 Euro zahlen! "Das kann es in meinen Augen nicht geben", meint unser Leser.

Tatsächlich, das Adressatenland steht nicht drauf, gibt Wolfgang Ehrke zu. Jedoch fragt er nach der Kontrolle des Paketes durch die Annahmekraft am Schalter. Denn: Der Einlieferungsbeleg ist sehr wohl deutlich als "Empfangsland: PL" angegeben. Warum also fiel der Dame am Schalter nicht das fehlende "PL" auf dem Paket auf, fragt sich Wolfgang Ehrke. Nun, immerhin bekam er eine Servicenummer, bei der Herr Ehrke sich melden und reklamieren könne.

Der Grund für die Paket-Odyssee könnte in einem Versehen liegen. Denn, so erfuhr famila-Warenhausleiter Carsten Schulz, es gibt seit einiger Zeit neue Aufkleber, die die Rubrik "Land" bereits vorgedruckt habe - anders als die alten, die Herr Ehrke vorrätig hatte. "Diese Rubrik hätte ich garantiert nicht übersehen", sagt der davon nichts ahnende Wolfgang Ehrke.

Vermutlich hat ja auch die Schalterangestellte in der Eile des Tagesgeschäfts nicht wahrgenommen, dass der ähnlich aussehende Aufkleber der alte, falsche ist. Immerhin stünden jeden Tag 400 bis 500 Kunden an dem Schalter, den die Post in seinem Warenhaus nebst Arbeitskraft nur gemietet hat, über den Tresen, erklärt Carsten Schulz. Da könne man seine Mitarbeiterin gar nicht dazu verpflichten, sich jedes Päckchen so genau anzuschauen. Mit der Post sehe er sich da einig, sagt Schulz, der aber zuversichtlich ist, dass Herr Ehrke die zweiten 22 Euro zurück bekommen würde.

Danach sieht es jedoch noch nicht aus, wie Wolfgang Ehrkes Rücksprache an besagtem Servicetelefon ergab.

Damit das Paket aber endlich bei seinem Empfänger ankommt, habe er es inzwischen erst mal bei der Post aufgegeben. Für nochmals 22 Euro. Und dabei habe er nun erfahren: Es hätte noch einen Aufkleber geben müssen, einen, der extra für das Empfängerland Polen vorgesehen ist. Und den aufzukleben, sei wiederum Sache des Schaltermitarbeiters, habe er erfahren.

Wolfgang Ehrke lässt das keine Ruhe. Er wartet nun auf die Bearbeitung seiner Reklamation durch die Post. Es geht immerhin um nicht eben lumpige 22 Euro.

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