OVG-Busse auf stabilisiertem Kurs

Investiert wird dieses Jahr wieder in  die Technik. Voraussichtlich zwei bis drei der  zum Teil  16 Jahre alten OVG-Fahrzeuge werden  durch  kleinere 20-Sitzer  ersetzt. eckhard rosentreter
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Investiert wird dieses Jahr wieder in die Technik. Voraussichtlich zwei bis drei der zum Teil 16 Jahre alten OVG-Fahrzeuge werden durch kleinere 20-Sitzer ersetzt. eckhard rosentreter

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07. Februar 2010, 08:01 Uhr

güstrow | Zwei Monate später als üblich kommt die fast jährliche Tarifsteigerung der Fahrpreise im Verkehrsverbund Warnow. Bei der Omnibusverkehrsgesellschaft Güstrow (OVG) als eines von acht Verbundsunternehmen hält sich die Fahrpreiserhöhung in Grenzen, Jörg Heger, der im März die Geschäfte im Parumer Weg übernimmt, spricht von einer "moderaten", hat im Durchschnitt 1,59 Prozent ausgerechnet. Je nach Zonenbereich sind ab April im Überlandverkehr zehn bis 20 Cent mehr fällig. Im Güstrower Stadtverkehr sei für die Einzelfahrscheine gar keine Preisveränderung vorgesehen, die Gruppentageskarte werde sogar günstiger. Für Monats- und ermäßigte Wochenkarten sind 50 Cent mehr zu berappen. "Unumgänglich" sei die Tariferhöhung gewesen, sagt Heger, auf eine Kostensteigerung beim Kraftstoff von derzeit zwei Prozent verweisend.

Der Prokurist sieht das kreisliche Unternehmen auf stabilerem Kurs als noch vor einem Jahr - auch weil der Dieselpreis nicht wie kalkuliert um sechs bis sieben Prozent stieg. Dazu eine Linienoptimierung, Reduzierung des Fahrzeugbestandes… Heger spricht von einer "großen Leistung" seiner Mitarbeiter, unter schwierigen Bedingungen die Daseinsfürsorge in Sachen öffentlicher Personennahverkehr abgesichert zu haben.

Erinnert sei daran, dass 2009 erstmals ein betriebswirtschaftliches Defizit nicht aus eigener Kraft ausgeglichen werden konnte. 315 000 Euro musste der Landkreis zuschießen, einsehend, dass eine Lohnerhöhung nach vier Jahren wieder mal fällig gewesen sei. Auch für 2010 habe der Landkreis einen Zuschuss im Haushaltsentwurf eingestellt, 232 000 Euro, weiß Heger. Damit fehlten unter dem Strich immer noch 42 000 Euro. Heger: "Die Kraftstoffpreise sind ein Posten, der nicht vorauszusehen ist." Bei rund einer Million Liter Jahresverbrauch summierten sich da schnell mehrere zehntausend Euro - minus oder plus. "Insgesamt ist das Risiko kalkulierbar", stellt Heger zufrieden fest, dass man vom laut einem Gutachten des Wirtschaftsprüfers PWC prognostizierten Millionendefizit (SVZ berichtete) weit entfernt sei.

Heger sieht das Unternehmen mit "schlanken, effizienten Strukturen" für die Zukunft sogar "nicht schlecht aufgestellt". Wohl auch deshalb hegt Aufsichtsratschef Hans-Georg Schörner (SPD) derzeit "keine Gedanken an Privatisierung", wie es der Gutachter dem Landkreis nahe legte. Dass da allerdings offenbar noch Diskussionsbedarf besteht, macht Frank Schröder (CDU), Vorsitzender des Finanzausschusses im Kreistag, deutlich.

Die Zukunft, darunter versteht der designierte OVG-Geschäftsführer Jörg Heger auch Chancen, die sich aus der angebahnten Kreisgebietsreform ergäben: Kooperationen mit den Nachbarn, Synergien, mögliche Fusionen. Gesucht werde dabei auch nach so genannten alternativen Verkehrsangeboten wie Rufbussen, Sammeltaxen. Enger mit Rostock und dem Kreis Bad Doberan verzahnte, heute noch kreisübergreifende Linienkonzepte seien auf gutem Weg.

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