Ostseesand schützt vor Flut

So soll das  künftige Petriviertel aussehen:    Damit das Wohngebiet vor  Hochwasser geschützt ist, werden die neuen Straßen 2,50 Meter über Null liegen. Dafür werden bis Ende März 45 000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet. NNN
So soll das künftige Petriviertel aussehen: Damit das Wohngebiet vor Hochwasser geschützt ist, werden die neuen Straßen 2,50 Meter über Null liegen. Dafür werden bis Ende März 45 000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet. NNN

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07. Dezember 2010, 07:50 Uhr

Rostock | Im Rostocker Petriviertel haben die Arbeiten für die neuen Straßen begonnen. Seit der vergangenen Woche rollen täglich Lkw in das zukünftige Wohngebiet zwischen Stadtmauer und Warnow. Sie liefern Sand als Material, mit dem das Gebiet aufgeschüttet werden soll. Insgesamt 45 000 Kubikmeter Ostseesand sollen das Straßenniveau anheben. Die Arbeiten werden voraussichtlich noch bis Ende März dauern.

"Die neu anzulegenden Straßen werden zum Schutz vor Hochwasser eine Höhe von 2,50 Meter über Null haben", erklärt Reinhard Wolfgramm, Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung und -entwicklung (RGS), die im Auftrag der Hansestadt Rostock die Erschließungsarbeiten plant und koordiniert. "Die Trassen werden jetzt in einer Höhe von 4,50 Meter überschüttet. Der Sand setzt sich im Laufe der nächsten Monate und wird dann auf die schließlich benötigte Höhe von 2,50 Meter abgetragen", sagt er. "Dann kann den neuen Straßen auch ein Jahrhunderthochwasser nichts anhaben", so Wolfgramm.

Die Wohnebenen der Häuser, die entlang der neuen Straßen entstehen, beginnen sogar erst auf einer Höhe von 3,10 Meter. Unter ihnen liegen nämlich Tiefgaragen. Die Neubauten am historischen Gerber- und Fischerbruch werden allerdings auf jetzigem Niveau errichtet. Sie werden aber über einen höher liegenden Verbindungsweg im Fall eines Hochwassers zu erreichen sein.

Bis Ende März 2011 bringt die Rostocker Niederlassung des Tiefbauunternehmens Strabag Kubikmeter um Kubikmeter Sand ins Petriviertel, der vor Kühlungsborn aus der Ostsee gewonnen wird. Um die Straßen zwischen dem Ostseebad und der Rostocker City nicht zusätzlich durch den Lkw-Verkehr zu belasten, landen täglich ein bis zwei Schiffe im Bereich der Speicher am Stadthafen gleich neben dem Petriviertel an. Erst hier wird das Material auf Lkw geladen, die dann nur einen kurzen Weg ins Baugebiet haben.

Dass das Petriviertel trotz der gelegentlich über die Ufer tretenden Warnow bei Investoren sehr beliebt ist, zeigt das große Interesse an dem Areal: Mehr als die Hälfte der Baufelder sind nach Angaben der RGS bereits gebunden.

Zu den Großinvestoren mit einem Gesamtvolumen von 39 Millionen Euro zählen die Wohnungsgenossenschaften Neptun und Warnow sowie die Projektentwickler Nevermann & Heber. Besonders attraktiv sei das Gebiet durch seine Nähe zur Innenstadt, die Lage an der Warnow und seine Gestaltung, so die RGS. Auch für die kleineren Baufelder und die Grundstücke für die geplanten Stadthäuser gebe es bereits zahlreiche Interessenten.

Mit dem Hochbaubeginn auf ersten Baufeldern ist im Herbst des kommenden Jahres zu rechnen. Insgesamt sollen auf dem 15 Hektar großen Areal, das von kleinen Gräben durchzogen sein wird, 600 Wohnungen entstehen.

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