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BI will Politiker in die Pflicht nehmen : Ortsumgehung: Plauer fordern Merkels Hilfe

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"Stoppen Sie Ramsauer." Mit dieser eindringlichen Forderung wendet sich jetzt die Bürgerinitiative "LKW-Fern- und Schwerlastverkehr raus aus unserem Luftkurort Plau am See" an die bundesdeutsche Spitzenpolitik.

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erstellt am 21.Mär.2012 | 09:08 Uhr

Plau am See | "Stoppen Sie Ramsauer." Mit dieser eindringlichen Forderung wendet sich jetzt die Bürgerinitiative "LKW-Fern- und Schwerlastverkehr raus aus unserem Luftkurort Plau am See" an die bundesdeutsche Spitzenpolitik: Kanzlerin Angela Merkel soll sich dafür stark machen, dass die Plauer Ortsumgehung doch noch gebaut werden kann - trotz erheblicher Mittelkürzungen im Bundesfernstraßenausbau. Ähnliche Briefe gehen an Volker Schlotmann, MVs Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Letzterer habe überhaupt erst dafür gesorgt, dass die Trasse um die Seestadt nun nahezu vom Tisch ist - und das, obwohl alle Planungen bereits abgeschlossen sind.

Hintergrund: Der neue Investitionsrahmenplanes 2011 bis 2015 (IRP), den Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer vorgelegt hat, sieht erhebliche Kürzungen für Bauvorhaben vor. Das Finanzvolumen im Bereich des Bundesfernstraßenausbaus beträgt künftig für Mecklenburg-Vorpommern nur noch 235,7 Millionen Euro. Das Land muss dann mit 59 Prozent weniger Mitteln haushalten. Dem soll neben anderen Projekten vorerst auch die Plauer Ortsumgehung zum Opfer fallen.

Die BI will sich das nicht bieten lassen. Die drei Schreiben sind bereits unterwegs, eine erste Reaktion erhoffen sich die BI-Mitglieder binnen zweier Wochen. Noch dringender aber erwarten sie einen Rückruf aus der Staatskanzlei: Vor Wochen schon hatten sie MVs Ministerpräsidenten Erwin Sellering zu einer Bürgerversammlung nach Plau eingeladen. Er soll hier zur Zukunft der Ortsumgehung Stellung beziehen. Schließlich habe er sein Wort gegeben, dass 2013 Baubeginn sein wird, sagen die BI-Mitglieder. Noch aber bleibt der Landesvater den Plauern eine Antwort schuldig. Aber ob mit oder ohne Sellering - die Bürgerversammlung findet statt. Im April werden neben den Plauern auch Land- und Bundestagsabgeordnete ins Rathaus geladen. Sie sollen Druck auf die Entscheidungsträger machen und den Baustart für die Ortsumgehung doch noch erzwingen. Die Plauer haben ein Anrecht darauf, sagen die BI-Mitglieder. Sie pochen auf den Bundesverkehrswegeplan, in dem die Plauer Ortsumgehung im vordringlichen Bedarf geführt wird. "Der Bundesverkehrswegeplan ist eine beschlossene und bestätigte Sache. Wir fordern, dass dieser Plan so wie er beschlossen wurde, umgesetzt wird", sagt Dietmar Villwock, Vorsitzender der BI.

Die Ortsumgehung wird von vielen Plauern schon lange herbeigesehnt. Seit 20 Jahren macht sich die BI dafür stark. In der Bevölkerung stoße das Bauprojekt auf breite Zustimmung. "Ich kenne niemanden, der dagegen wäre", sagt BI-Mitglied Frank Spaller. Zu lange schon zehre der unablässige LKW-Verkehr durch Plaus schmale Straßen an den Nerven der Bürger. "Unsere Gesundheit, die Gesundheit unserer Kinder und die Bausubstanz unserer Häuser leiden in unerträglichem Maße", sagt Villwock. "Wir Bürger wollen nicht länger die gescheiterte Verkehrspolitik des Bundes ausbaden." Er hofft, dass Merkel, Schlotmann und allen voran Ramsauer einlenken. "Sollte der Bundesminister mit seinen unbegründeten Finanzumverlagerungen durchkommen, wäre es für unser Politik- und Demokratieverständnis ein schwerer Rückschlag", sagt Villwock.

Die Bürgerinitiative ist fest entschlossen, um den Platz im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes zu kämpfen. "Wer nicht unangenehm wird, der fliegt raus", sagt Villwock. Deshalb wollen sich die Plauer Gehör verschaffen - notfalls unüberhörbar: Sollte die Politik nicht reagieren, wird es in Plau erneut eine Demonstration geben, die zumindest den Verkehr auf einer Straße kurzzeitig lahmlegen soll. Wenn alle Stricke reißen, soll sie noch vor der Sommersaison stattfinden. "Wir wollen ja die Urlauber nicht schädigen", sagt Frank Spaller. Aber vielleicht müsse man auch darüber nachdenken, gerade dann auf die Straße zu gehen, wenn möglichst viele Menschen Notiz davon nehmen, sagt er.

Ob die Politik schon vorher einlenkt, wird sich beim Bürgerforum im April zeigen. Bei der nächsten Stadtvertretersitzung am 28. März will die BI bekannt geben, wann die Versammlung stattfinden wird.

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