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Neue Forschungsergebnisse werden vorgestellt : Ort der dreifachen Erinnerung

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Am 6. Juni 2001, auf den Tag genau vor zehn Jahren, wurde das Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland am Obotritenring 106 eröffnet.

Schwerin | Am 6. Juni 2001, auf den Tag genau vor zehn Jahren, wurde das Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland am Obotritenring 106 eröffnet. Mehr als 50 000 Besucher haben bislang die Dauerausstellung gesehen, die drei Themenbereiche beleuchtet: die Rolle der mecklenburgischen Justiz als Teil der NS-Diktatur, die Herrschaftspraxis in der sowjetischen Besatzungszeit und die politische Verfolgung in der ehe maligen DDR. Die Ausstellung reflek tiere zugleich die Wirkungsgeschichte des Jus tizgebäudes und der Untersuchungshaftanstalt am Demmlerplatz in den jeweiligen Zeitabschnitten, erklärt der Leiter der Lan des zentrale für politische Bildung, Jochen Schmidt.

Das Dokumentationszentrum im früheren Gefängnistrakt ist jedoch nicht nur ein Ort der dreifachen Erinnerung, sondern auch der Bildung. Die Mitarbeiterinnen des Zentrums, Heike Müller und Karin Haring, bieten Seminare für Besuchergruppen an, organisieren Zeitzeugen-Gespräche und Lesungen.

Neue Forschungsergebnisse werden vorgestellt

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Dokumentationszentrums lädt die Landes zentrale zu einer Vortragsreihe ein, die neue Forschungs ergeb nisse sowohl zum Nationalsozialismus als auch zur Zeit der sow jeti schen Besatzung und der DDR präsentieren soll. "Wir wollen das Jubi läum nutzen, um geschichtliche Inhalte zu transportieren", sagt Jochen Schmidt. In den Referaten werde es immer wieder um den Missbrauch des Rechts durch staatliche Institutionen und die politische Rolle der Strafjustiz gehen.

Zum Auftakt der Vortragsreihe im Dokumentationszentrum stellt heute von 18 Uhr an der Vorsitzende des Verbandes und der ehemalige Rostocker Student, Dr. Peter Moeller, das Buch "Arno Esch. Mein Vaterland ist die Freiheit" vor. Arno Esch (1928-1951), der als liberaler Politiker ins Visier der Staatsmacht geraten war, wurde 1950 vom Sowje tischen Militärtribunal in Schwerin zum Tode verurteilt und später in Moskau hingerichtet. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Tan nenberg in Grevesmühlen werden nach der Buchvorstellung an Esch er innern. Dietrich Voß, Pastor i.R. aus Schönberg, gibt außerdem einen Einblick in den Nachlass und die Stasi-Akte von Eschs Mutter , Emma.

"Hinter doppelten Mauern. Die Gefängnisse der DDR nach dem Mauerbau von 1961", so lautet das Thema am 15. Juni. Von 19 Uhr an berichtet Dr. Tobias Wunschik von der Abteilung Bildung und Forschung des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen über die wachsende politische Repression in der zweiten Jahreshälfte 1961, die ihre Entsprechung in einer strengeren Gangart gegenüber den Häftlingen im DDR-Strafvollzug fand.

Um die wiederentdeckten Akten der mecklenburgischen NS-Sondergerichte Schwerin/Rostock geht es am 22. Juni von 19 Uhr an in dem Vortrag von Dr. Michael Buddrus vom Institut für Zeitgeschichte München/Berlin.

Noch bis Anfang Juli ist im Dokumen tationszent rum die Sonder ausstellung "Ander s-Denken-Verboten. Künstlerische Auseinandersetzung mit Diktatur und Demokratie" mit aktuellen Arbeiten von Schülern aus MV zu sehen .

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erstellt am 05.Jun.2011 | 09:47 Uhr

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