Orientierungslos auf der Warnow

Wo ist der nächste Ort? Um stets  den gewünschten Ankunftsort zu erreichen, sollten Kanuten immer eine Wasserwanderkarte dabei haben. Hinweisschilder sind an dem Flusslauf Mangelware. Archiv
Wo ist der nächste Ort? Um stets den gewünschten Ankunftsort zu erreichen, sollten Kanuten immer eine Wasserwanderkarte dabei haben. Hinweisschilder sind an dem Flusslauf Mangelware. Archiv

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27. April 2010, 07:44 Uhr

Bützow/Eickhof | Wie komme ich zum nächsten Kaufladen? An welchem Ort bin ich eben überhaupt vorbei gepaddelt? Touristen, die Bützow und Umgebung mit dem Kanu von der Wasserseite aus entdecken wollen, haben nicht selten mit Orientierungsschwierigkeiten zu kämpfen. Der Grund: Hinweisschilder, an denen sich die Touristen in ihren Kanus während einer Paddeltour orientieren können, sind kaum bis gar nicht vorhanden.

"Wir sind am Ziegelhof-See gestartet, wo es eine Tafel gibt, doch schon an der nächsten Anlaufstelle gab es kein Schild, an dem man sich orientieren konnte", sagt Birgit Czarschka. Die Bernitterin hat am Wochenende mit ihrem Lebensgefährten die erste Kanutour in diesem Jahr unternommen. Doch ohne ihren Freund, der häufig Kanu auf den Flüssen rund um Bützow als auch in ganz Mecklenburg-Vorpommern fährt, hätte sie nicht immer den richtigen Weg gefunden. "Die Warnow hat viele Kreuzungen, und dort, wo sich Flüsse überschneiden, müsste es Hinweisschilder geben", sagt sie. An Stellen, an denen solch eine Beschilderung existiert, sei sie nur einseitig, fügt sie hinzu.

Auch in den Augen von Britt Kulla, Leiterin des Naturdorfes Eickhof, ist die Beschilderung entlang der Warnow dürftig. "Auf dem Fluss ist vorher nicht zu erkennen, ob man auf Weitendorf oder Rühn zusteuert", sagt Kulla, die leidenschaftliche Kanutin ist. Es wäre doch ein Leichtes, zum Beispiel an Straßenbrücken eine Beschilderung umzusetzen. Oder an den Einsetzstellen Hinweistafeln zu errichten, schlägt sie vor. "Sie müssten ja nicht groß sein", sagt Kulla. Sie sowie Mario Schulz, der für den Kanu-Verleih im Naturdorf Eickhof verantwortlich ist, haben sich vergangenes Jahr sogar einen Kostenvoranschlag für eine Beschilderung eingeholt. "Für eine Hinweistafel, die 70 mal 40 Zentimeter groß ist, müssten wir um die 100 Euro zahlen", erklärt Kulla.

Für Sven-Erik Muskulus, einer der größten Wasserwander-Anbieter an der Warnow, stellt eine richtige Beschilderung eine gelungene Investition dar. "So zeigen wir den Touristen nicht nur, wo der nächste Rastplatz ist, sondern auch, wo sie zum nächsten Kaufladen kommen oder die Kirche im Ort anschauen können", erläutert Muskulus. In Bützow könnte man die Besucher beispielsweise auf die Stiftskirche oder die Miniaturstadt aufmerksam machen, fügt Birgit Czarschka hinzu.

Dabei sei nicht nur eine vernünftige Beschilderung wichtig, sondern auch eine ordentliche Wasserwanderkarte. "Beides funktioniert am besten zusammen", sagt er. Eine Karte sollten die Hobby-Kanuten jedoch immer bei ihren Touren dabei haben. "Wir mussten öfter unsere Karte herausnehmen, weil wir uns nicht eindeutig orientieren konnten", sagt Birgit Czarschka. Dabei reicht es nicht, dass Touristinformationen verschiedene Wasserwanderkarten anbieten. "Die Stellen haben abends, wenn die Touristen ankommen, oft zu", schildert Czarschka.

Damit Hobby-Kanuten das Wasserwandern auf der Warnow bald leichter fällt, arbeitet der Naturpark Sternberger Seenland derzeit eine einheitliche Beschilderung für den Fluss aus. "Bei dem Vorhaben Naturparkplanung und der FFH-Managementplanung nimmt der Punkt, Informationen für Wasserwanderer einen großen Platz ein", erläutert Muskulus.

Diesem Vorhaben sieht auch der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern positiv entgegen. "Es ist wichtig, dass die Touristen wissen, wo sie starten und rasten können, und wo es Rastplätze mit Mülltonnen gibt", sagt Pressesprecher Tobias Woitendorf. In seinen Augen sind informative Hinweisschilder gerade deshalb wichtig, weil davon ausgegangen wird, dass die Attraktivität der Warnow als wassertouristisches Ziel zunimmt, fügt er hinzu.

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