Opa Helmut fliegt auf Laage

Ein Bauer macht Werbung für den Flughafen. So lächelt Helmut Lange etwa 60-mal in Rostock von großen Plakaten. Foto-Shooting war in Warnemünde am Alten Strom.Flughafen/Pubantz (2)
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Ein Bauer macht Werbung für den Flughafen. So lächelt Helmut Lange etwa 60-mal in Rostock von großen Plakaten. Foto-Shooting war in Warnemünde am Alten Strom.Flughafen/Pubantz (2)

Helmut Lange (72) hebt ab. Für den Flughafen Rostock-Laage lächelt der Landwirt aus Reinshagen am Alten Strom in Warnemünde für ein Werbeplakat. Sein Gesicht strahlt derzeit an vielen Stellen in Rostock. Im Flugzeug saß der Rentner allerdings noch nie.

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24. Februar 2009, 11:42 Uhr

Reinshagen/Laage | In Reinshagen, einem kleinen Dorf bei Güstrow, war die Nachricht schnell rum: Opa Helmut - so nennt ihn hier fast jeder - ist Modell für ein großes Werbeplakat. Seit ein paar Wochen blickt Lange von Plakaten in der Rostocker Innenstadt und wirbt für den Flughafen in Laage. Rund 60 Werbeflächen. Slogan: Meine Heimat, mein Flughafen. "Wir brauchten ein authentisches Gesicht", erklärt Gordon Jenner, Marketingleiter am Airport. Einen bodenständigen Menschen, einen Landwirt - Helmut Lange. Auf dem Foto lacht er spitzbübisch, beugt sich hinunter und breitet die Arme schräg aus, als ob er Halt auf einem Skateboard sucht. Im Hintergrund liegt der Fischkutter "Jasmund" vor Anker. Lange trägt Wollmütze und urigen Pullover. Er könnte Fischer sein. Von wegen: "Das ist mein alter Feuerwehrpullover", sagt der 72-Jährige und schmunzelt. 20 Jahre lang sei er Chef der Blauröcke in seinem Dorf gewesen.

Helmut Lange steht auf seinem Hof. Er trägt Mütze, Weste, Kordhose und Gummistiefel. Opa Helmut ist Bauer, immer schon. 1957 kam er nach Reinshagen, ging später in die LPG, war Abteilungsleiter für Rinderzucht. Jetzt betreibt er mit seinen beiden Söhnen einen Biohof. 40 Rinder, zehn Pferde. Ein hartes Brot. "Letztes Jahr hatten wir einen gekörten Hengst", sagt er stolz. Die Mühe lohne sich. Auf einem Schild hinter der Frontscheibe eines Traktors hinterm Stall ist zu lesen, wer hier regiert: "Opa Helmut".

Opa Helmut steht breibeinig fest auf dem Boden vor dem Pferdestall. Seine Söhne haben das Werbeposter für den Flughafen in Kleinformat an der Stalltür befestigt. Lange blickt drauf: zwei Welten. Er setzt wieder sein spitzbübisches Lächeln auf. Eine Werbeagentur aus dem Nachbarort Gremmelin habe ihn gefragt. "Sie brauchten einen originalen Mecklenburger", sagt er. Er habe nicht gezögert. Er stamme ja fast aus Laage, der Flughafen sei "gleich neben meiner alten Heimat"; zur Welt kam Lange in Dudinghausen.

Vor etwa der Wochen ging alles sehr schnell: rund eine Stunde Foto-Shooting in Warnemünde, und Opa Helmut war eines von drei Gesichtern für den Flughafen. Gesehen hat er die Plakate noch nicht, aber: "Montag oder Dienstag werden wir nach Rostock fahren", sagt Lange. Er gibt zu: "Ich bin noch nicht geflogen." Die Gelegenheit fehlte, der Grund. Mecklenburg ist schön.

Helmut Lange stapft über seinen Hof durch den Schnee. Er wirkt wie ein Fels in der Brandung. Er habe fünf Kinder, acht Enkel, seine Frau sei vor Jahren verstorben. Unter einem Dach steht eine rote Gulaschkanone. Zweimal im Jahr kocht Lange darin Eisbein für die Gremmeliner Feuerwehr. Immer noch. Der große Umzug im April - das sei etwas Besonderes.

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