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Lokales

21. Oktober 2017 | 19:46 Uhr

Ohne Freiwillige geht es nicht

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erstellt am 06.Apr.2011 | 06:58 Uhr

Perleberg | Ab Juli ist die Besetzung der zehn Zivildienststellen, die das Kreiskrankenhaus Prignitz vorhält, nicht mehr gesichert. Mit dem Wegfall des Wehrdienstes ist auch der Ersatzdienst aufgehoben. Die medizinische Einrichtung muss umdenken und hat bereits Vorsorge geleistet.

"Ohne Freiwillige wie André Schwarz geht es nicht", sagt Personalleiterin Silvia Ott. Seit 1. Januar dieses Jahres sind die Apotheke und die Zentrale Sterilisation seine Arbeitsplätze. Dort unterstützt er seine Kollegen. Der 20-Jährige ist einer der letzten, die sich für den Zivildienst entschieden. Ab Juli setzt er seine Arbeit nahtlos fort - für 18 Monate als Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst. "Ich habe verlängert, weil ich Zeit überbrücken will und mir die Arbeit hier Spaß macht", sagt der Perleberger. Er absolvierte zuvor einen Lehre zum Koch möchte im Juli 2012 eine neue Ausbildung im Informatikbereich beginnen.

Acht Bewerbungen für den Bundesfreiwilligendienst

Bis dahin stellt er vormittags Medikamente für die Patienten zusammen, nachmittags reinigt und sterilisiert er OP-Instrumente. Künftig könnte er auch dort eingesetzt werden, wo neun andere Zivildienstleistende beschäftigt sind. "Zum Beispiel in der Betreuung der Psychiatriepatienten oder im Hol- und Bringedienst", zählt die Personalleiterin auf. Als pflegerische Hilfskräfte würden sie dringend gebraucht.

Um den Verlust an Zivildienstleistenden aufzufangen, hat das Kreiskrankenhaus die Stellen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes ausgeschrieben und öffentlich beworben. "Wir haben acht Bewerbungen erhalten und laden die Interessenten zum Gespräch", sagt der Geschäftsführer Wolfgang Korzen. Beim Durchsehen zeigte sich: Sie alle kommen von der Schule und wollen Zeit bis zu einem Jahr überbrücken, so Korzen. Der Perleberger Einrichtung kann das nur Recht sein. Gesucht werden Schulabgänger jeder Schulart mit einem Abschluss.

Eine andere Möglichkeit, um Interessenten anstelle der Zivildienstleistenden zu gewinnen, ist eine Umschulung in der Krankenpflegeschule. "Wir lassen zwei Kurse zertifizieren, damit wir über die Arbeitsagentur Umschulungen anbieten können", so Korzen. Anschließend könnten diese ihren Bundesfreiwilligendienst im Kreiskrankenhaus absolvieren, so die Idee.

HINTERGRUND: Bundesfreiwilligendienst

Ab Juli 2011 startet der Bundesfreiwilligendienst, der den Zivildienst ersetzen soll. Er dient als Ergänzung zum Freiwilligen Sozialen Jahr sowie dem Freiwilligen Ökologischen Jahr und kann sechs bis 24 Monate absolviert werden. Der Bund fördert den Freiwilligendienst mit 350 Millionen Euro im Jahr.

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