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Lokales

23. Oktober 2017 | 13:42 Uhr

Ohne Abbiege-Spur kein Investor

vom

svz.de von
erstellt am 02.Sep.2010 | 07:15 Uhr

Schwerin | McDonalds möchte in Schwerin ein weiteres Fastfood-Restaurant eröffnen - an der Crivitzer Chaussee auf dem Gelände der ehemaligen Norddeutschen Wohnwelt. Die Verträge mit dem Grundstückseigentümer sind fast perfekt. Doch acht Straßenbäume und ein Verkehrsschild könnten die geplante Investition verhindern.

Die Entscheidung für oder gegen den Standort hängt an einer Linksabbiegerspur, die auf der Crivitzer Chaussee aus Richtung Mueß kommend eingerichtet werden soll. Der Antrag liegt bei der Stadtverwaltung vor, jetzt müssen allerdings die technischen und baulichen Voraussetzungen geprüft werden, so Dr. Bernd Smerdka, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. Grundlage dafür sei wiederum eine noch ausstehende Fällgenehmigung für mehrere Straßenbäume, die unter Alleenschutz stehen. "Wenn wir die Linksabbiegespur nicht kriegen, wird McDonalds wahrscheinlich nicht kommen", sagt Architekt und Projektentwickler André Tülp. "Dann wird das Gelände wohl erstmal brach liegen."

André Tülp gehört zum Bremer Büro "dt+p - Architekten und Ingenieure", das die Fläche der ehemaligen Norddeutschen Wohnwelt zwischen Bernhard-Schwentner-Straße und Crivitzer Chaussee im Jahr 2008 gekauft hat. Die alte Möbelhalle war lange Zeit einer der zentralen Schandflecken der Landeshauptstadt gewesen. Doch die Bremer witterten Potenzial an diesem Standort und entschieden sich nach Auskunft von Tülp relativ spontan zum Kauf. Ein ursprünglich geplanter Abriss rechtzeitig zur Buga klappte allerdings nicht mehr. Dafür rückten die Bagger in diesem Frühjahr an und beseitigten die Reste der Wohnwelt - noch bevor die Bauanträge von der Stadt abgesegnet waren. Das wertet Andre Tülp heute fast als einen Fehler, denn nun fehle ihm ein Druckmittel, um die Genehmigung der für ihn so wichtigen Linksabbiegespur voranzutreiben. Politische Kontakte, die er für sein Anliegen aktivieren könnte, habe er in Schwerin nicht. Tülp ging den geraden offiziellen Weg. "Es gab im Vorfeld Begehungen vor Ort mit allen wichtigen Ämtern", sagt der Bremer. "Da wurde uns die Linksabbiegespur zugesichert." Dass sie jetzt wieder auf der Kippe zu stehen scheint, macht ihn stutzig. "So ein Vorgehen kenne ich aus anderen Kommunen, in denen wir bauen, nicht."

Die Problemlage an der Crivitzer Chaussee ist vielfältig: "Das Quergefälle zwischen den beiden Fahrbahnen beträgt rund sechs Prozent", sagt Dr. Bernd Smerdka. "Das technisch zu lösen, ist nicht einfach." Fraglich sei auch, wie eine nötige Ampelanlage für die Linksabbieger mit der Großkreuzung am Zoo korrespondieren kann. Schließlich gehört die Crivitzer Chaussee zu den meistbefahrenen Straßen der Stadt. Außerdem müssten acht Bäume im Mittelstreifen der Chaussee gefällt werden - für den Fällantrag werden laut Landesnaturschutzgesetz MV auch die Träger Öffentlicher Belange beteiligt. Ihre Stellungnahmen werden zurzeit eingeholt. Eine weitere Schwierigkeit, nämlich die vorhandene Schilderbrücke, deren Stahlrahmen auf dem Mittelstreifen verankert wurde, ist laut Tülp beseitigt. Die Linksabbiegespur würde so weit nach hinten versetzt, dass das Schild nicht mehr berührt wird. Autofahrer aus Richtung Mueß kämen dadurch allerdings nicht mehr direkt ans Ziel, sondern müssten an der neuen Ampel eine Schleife auf die Gegenfahrbahn drehen und von dort aus rechts zu McDonalds abbiegen. Die Möglichkeit, an der Zoo-Kreuzung links abzubiegen und über die Bernhard-Schwenter Straße auf das Gelände zu kommen, ist rein rechtlich jetzt schon gegeben und wird beispielsweise von Lidl-Einkäufern aus Richtung Mueß auch so genutzt. Für McDonalds sei dieser Streckenverlauf allerdings keine Option, so der Bremer Architekt.

"Ich verstehe natürlich die Leute in den Ämtern, auch die müssen nur ihre Richtlinien erfüllen", sagt Tülp versöhnlich. Er hofft, dass die Entscheidung, die er Mitte Oktober erwartet, doch zu seinen Gunsten ausfällt. Dann könnte McDonalds zur Jahreswende eröffnen.

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