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Lokales

22. September 2017 | 10:20 Uhr

Öffentliches WC ist längst überfällig

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2010 | 06:12 Uhr

Perleberg | "Die Öffentliche im Wallgebäude reicht nicht. Zum einen weiß kaum einer, wo sie ist, zum anderen ist sie nur zu den Öffnungszeiten der Stadt-Info zugänglich." So die einhellige Meinung der Mitglieder im Seniorenbeirat der Stadt, die sich gestern im Rahmen der Brandenburgischen Seniorenwoche wieder zu ihrem alljährlichen Stadtrundgang trafen. Und dabei ging es natürlich um die Frage, wie seniorenfreundlich gibt sich Perleberg. "Von Jahr zu Jahr mehr", bringt es Vorsitzender Heini Pohle auf einen kurzen Nenner. "Wo gebaut wird, da achtet man beispielsweise auf Barrierefreiheit", setzt Hartmuth Unglaub den Gedanken fort, und er deutet auf die Wollweber straße.

Zuvor hatte man auch die Baustelle Rosenhof in Augenschein genommen. "Alles top, was bereits fertig ist", bestätigt auch Hermann Tietz. Einziger Wermutstropfen: Die unsanierten Häuser fallen jetzt noch mehr ins Auge. Und so verbinden die Mitglieder des Seniorenbeirates mit der Straßensanierung auch ein wenig die Hoffnung, dass Eigentümer durch das gepflegte Umfeld einen Anreiz verspüren, zu investieren.

Verstehen kann man hingegen nicht die Diskussion im Stadtparlament um ein öffentliches WC in der Wollweber straße. Geplant war, mit der Gestaltung des Parkplatzes Uferstraße hier in solches einzurichten. An den veranschlagten Kosten schieden sich jedoch in der Stadtverordnetenversammlung die Geister. "Eine Öffentliche in der Altstadt ist längst überfällig. Viele Städte leisten sich sogar mehrere und wir nicht mal eine direkt in der Altstadt", betont Gertrud Madaus und spricht nur aus, was alle denken. Auch den Standort halten alle Beiratsmitglieder für optimal. Heini Pohle kann sich noch erinnern, dass hier bereits mal ein Pissoir stand. Nicht von ungefähr führt der Stadtrundgang des Seniorenbeirates so auch vom geplanten Standort für ein neues Klo zum Wallgebäude, wo man in Not kommt, wenn ein menschliches Bedürfnis einen außerhalb der Öffnungszeiten übermannt. Als Ortsunkundiger steht man hier zudem vor einem verschlossenen Klo. Diese Erfahrung machten die Beiratsmitglieder live. Denn ein Hinweis, dass man in der Stadt-Info den Schlüssel bekommt - Fehlanzeige.

Der Seniorenbeirat will seine Auffassung den Stadtverordneten kund tun, "denn das ist nicht nur unsere Meinung, sondern die vieler vor allem älterer Perleberger", weiß Renate Hirschmeier. Überaus positiv registrierten die Mitglieder des Beirates hingegen, dass die Stadtmauer im Schulgang wieder ein wahrer Hingucker geworden ist, ebenso wie viele alte Gebäude im historischen Stadtkern. Kritik gab es aber wiederum in puncto Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs in der Innenstadt. "Es gibt nichts. Dabei wohnen vor allem auch viele ältere Bürger im Zentrum. Vor 40 Jahren sind sie hier hergezogen und in ihren Wohnungen nun alt geworden", führen Gertrud Madaus und Margarete Henseler an. Im gleichem Atemzug kommt die Sprache auf die Wertstoffcontainer. "Seit die Papiertonnen wieder verschwunden sind, wandert alles in den Müll", berichtet Renate Hirschmeier. Wenn es sie auch ärgert, könne sie es aber auch verstehen. "Denn die älteren Bürger, die am anderen Ende der Heinrich-Heine-Straße wohnen, schleppen das Altpapier nicht bis zum Container am Edeka-Markt."

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