Odeg übernimmt Bahnlinie

Ab Ende 2012 verkehren auf der Linie des Regionalexpresses 4 (RE 4) nicht mehr die roten Züge der Deutschen Bahn AG, sondern die gelb-weiß-grünen Züge der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (Odeg). Das Unternehmen hatte Ende Juli eine Ausschreibung der Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gewonnen.

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06. September 2009, 12:02 Uhr

Prignitz | Die auffälligste Veränderung sei zunächst tatsächlich nur die Farbgebung der Züge, sagte Odeg-Sprecher Jörg Kiehn. Möglicherweise werde die Strecke Wismar-Wittenberge-Berlin künftig auch mit anderen Fahrzeugen bedient. Es bleiben allerdings in jedem Fall Doppelstockwaggons. Der Fahrzeugliefervertrag sei in Vorbereitung, eine Entscheidung soll noch dieses Jahr fallen, so Kiehn. "Ebenso wie die Bahn AG bieten wir das Reisen in der 1. und 2. Klasse an sowie ausreichend Platz für Gepäck in den Waggons." Alle Züge werden mit Zugbegleitern besetzt sein, betont Jörg Kiehn.

Fahrplan bleibt im Wesentlichen

Was den Fahrplan angeht, seien keine wesentlichen Modifikationen zu erwarten. "Da geben die Länder den Takt vor." Angesprochen auf die schon häufig kritisierte, fehlende späte Rückreisemöglichkeit von Berlin in die Prignitz, wenn man zum Beispiel in der Hauptstadt eine Abendveranstaltung besucht, verdeutlicht Kiehn, dass die Odeg durchaus ein Vorschlagsrecht habe. "Und rein theoretisch könnten wir solche späten Züge auch selbst einsetzen - dann allerdings komplett auf eigene Rechnung, was den Fahrkartenpreis in die Höhe treiben würde."

Neben der bereits angesprochenen Linie RE 4 wird die Odeg künftig den RE 2, Stendal - Rathenow-Berlin-Cottbus, die Regionalbahn-Linien RB 33 und RB 51 zwischen Berlin-Wannsee und Jüterbog sowie zwischen Brandenburg/Havel und Rathenow betreiben. Die Vertragslaufzeit für die RE-Linien beginnt im Dezember 2012 und endet im Dezember 2022. Die Linien RB 33 und RB 51 nehmen bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 den Betrieb auf.

Gegründet in Mecklenburg-Vorpommern
Im Oktober 2008 hatten Berlin, Brandenburg sowie die Länder Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Verkehrsleistungen des sogenannten Netzes Stadtbahn mit zirka 23 Millionen Zugkilometern ausgeschrieben. Mit diesem Schritt entstehen bei der Odeg 150 neue Arbeitsplätze. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen dann 340 Mitarbeiter. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft betreibt derzeit in Ostbrandenburg fünf Linien mit rund 3,4 Millionen Zugkilometern pro Jahr. Zudem befährt sie seit Dezember 2008 im Spree-Neiße-Netz vier Linien mit rund 2,7 Millionen Zugkilometern zwischen Cottbus, Hoyerswerda, Görlitz und Zittau. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2002 in Mecklenburg-Vorpommern, wo es derzeit zwei Linien zwischen Hagenow, Parchim, Neustrelitz und Mirow betreibt.

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