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Lokales

16. Dezember 2017 | 17:58 Uhr

Obduktion bestätigt Todesschuss

vom

svz.de von
erstellt am 17.Mai.2010 | 09:22 Uhr

Hinzdorf | Eine Pistolenkugel hat die 68-Jährige Frau auf einer Jugendweihefeier in Hinzdorf getötet (wir berichteten). Das bestätigte gestern der Neuruppiner Staatsanwalt Dr. Andreas Pelzer. Am späten Vormittag lag das Obduktionsergebnis vor: "Die Kugel hat sie am Oberkörper getroffen, schwere innere Verletzungen und Blutungen verursacht", so Pelzer gegenüber unserer Redaktion. Am späten Nachmittag wurde auch die Tatwaffe bei Tannenkrug in Sachsen-Anhalt entdeckt. Es handelt sich um eine Pistole.
Der 56-Jährige Todesschütze war am Samstag auf der Feier auf dem Zeltplatz in Hinzdorf erschienen. Dort habe er offenbar auf seinen jüngeren Bruder geschossen. Dieser wurde am Hals schwer verletzt, sei seit gestern aber außer Lebensgefahr, so die Staatsanwaltschaft. Die Kugel sei dann weiter geflogen und habe die dahinter stehende Urgroßmutter des Mädchens getroffen, die ihre Jugendweihe feiern wollte.
Die genauen Motive der Tat sind weiter unklar. Der Verdächtige schweigt und mache von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Gegen ihn war bereits am Sonntag Haftbefehl wegen Totschlags, versuchten Mordes, Freiheitsberaubung und Verstoßes gegen das Waffengesetz erlassen worden.

Ermittlungen in schwierigem Umfeld
"Wir ermitteln in dem sehr schwierigen familären Umfeld, in dem es erhebliche Zerwürfnisse gibt", erklärte Andreas Pelzer. Es zeichne sich ab, dass der Schütze offenbar seine Schwester gesucht habe. Zu dieser soll er Gefühle gehegt haben, die laut Pelzer "über ein rein geschwisterliches Verhältnis hinausgingen". Die übrige Familie, vor allem aber der jüngere Bruder, habe wohl den Kontakt zwischen den Geschwistern unterbunden. Mehr wollte der Sprecher mit Rücksicht auf den Persönlichkeitsschutz nicht sagen.

Der Tatort wirkte gestern verlassen, die meisten Dauercamper waren abgereist. Seit der Tragödie hätten sich jedoch mehrfach Leute auf das Gelände begeben und unter dem Verweis auf journalistische oder behördliche Arbeit um Auskünfte ersucht, sich jedoch nicht ausweisen können, sagte ein Nachbar. Wie es nun mit dem Campinggrundstück weiter gehe, wisse er nicht, aber es sei zu erwarten, dass die Familie ihre Zelte in Hinzdorf abbreche.

Bestürzt über die Ereignisse zeigten sich auch die Mitglieder des Notfallseelsorgeteams, die die Familienangehörigen sowohl am Tatort als auch im Krankenhaus betreuten. "Mit einer solchen Gewalttat hatten wir bisher noch nicht zu tun", sagt Pfarrer Olaf Glomke, der selbst im Krankenhaus an der Betreuung beteiligt war. "Aber wir konnten der Familie in den ersten Stunden nach dem Ereignis beistehen, das ist das wichtigste."

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