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Holzfiguren in Dobbertin : "O du wunderschöner Herbst"

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Seit diesem Sommer wird der Skulpturenpfad in Dobbertin sehr gut in Anspruch genommen. Internationale Künstler verewigten sich hier mit ihren Skulpturen und Kunstwerken entlang des Pfades am See.

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erstellt am 15.Nov.2013 | 12:18 Uhr

Der Herbst hat Einzug gehalten im Dobbertiner Wald. Das Laub raschelt unter den Füßen, ein leichter Nieselregen senkt sich gen Erde. Noch immer hängen Blätter an den Bäumen, der Dobbertiner See liegt ruhig an diesem Tag. Das Kloster ist von fern gut zu erkennen. Ein Buch unter dem Arm geklemmt, steht er am Eingang des Skulpturenpfades am Dobbertiner See - es kein Unbekannter, es ist der vertraute Briefpartner von Mathilde von Rohr, die einst im Dobbertiner Kloster lebte. So steht er da, als würde er sogleich - mit Blick auf den See - ein Gedicht anstimmen, ein Gedicht vom Spätherbst:

Mit diesen Worten beschrieb einst Theodor Fontane diese goldene Jahreszeit. Doch der Fontane, der am Eingang zum Skulpturenpfad steht, ist aus Holz und ein Ergebnis des diesjährigen Schnitzfestivals in der Gemeinde.

Seit dieser Veranstaltung im Sommer wird der Pfad sehr gut in Anspruch genommen. Das weiß auch Revierförster und Schnitzfestival-Organisator, Uwe Linke: "Der Pfad wird extrem frequentiert. Darüber freuen wir uns, dass die Skulpturen so gut ankommen." Denn nicht nur ein Fontane steht am sogenannten Pavillon - dem Vorplatz zum Skulpturenpfad -, sondern neun weitere Kunstwerke. Sie führen am See entlang und sind Figuren von internationalen Säge- und Schnitzhandwerkern.

Feine Rillen zeichnen sich auf dem Holz, hier und da ist die ein oder andere Stelle bereits dunkel gefärbt. Der Regen und der Herbst hinterlassen auch auf den Skulpturen ihre Spuren. Der Schnäuzer kräuselt sich geschwungen nach oben, des Fischers Blick ist geradeaus gerichtet - passend, denn vor ihm liegt der Dobbertiner See, still und glänzend spiegelt er in weiter Ferne das Kloster wieder. "Ich bin froh, dass die Besucher diesen Pfad als ihr Eigentum ansehen und hier nichts an Müll herumliegt. Auch Vandalen waren noch nicht hier", erzählt Uwe Linke, dem besonders eine Figur gut gefällt. Es ist die Holzsammlerin von Ricardo Villacis. "Ricardo ist ein wirklicher Künstler. Er hatte mich damals gefragt, wie eine Holzsammlerin aussieht. Ich habe ihm ein Bild gezeigt und wollte es ihm mitgeben, doch er winkte ab. Ricardo hat es sich einmal angeschaut und dann diese wunderschöne Skulptur gesägt", schwärmt der Revierförster vom Ecuadorianer.

Genau das mache den Skulpturenpfad am Dobbertiner See entlang aus. Internationale Künstler haben sich hier verewigt - ob Fischer, historischer Waldarbeiter oder Tiere wie Wasservögel und Biber. All das und noch viel mehr lässt sich auf dem Skulpturenpfad entdecken. Dieser ist nur möglich gewesen, zum einen durch Fördermittel, aber zum anderen und viel wesentlicheren Teil durch einen sehr hohen Eigenanteil des Forstamtes Sandhof. "Ohne das Forstamt wäre dieser Pfad nicht möglich gewesen, denn auch die Künstler müssen bezahlt werden", erläutert Uwe Linke, der noch viel mehr plant, um den Skulpturenpfad noch interessanter zu machen. Jetzt aber soll zunächst die genaue Beschilderung folgen, damit auch jeder Besucher und Spaziergänger den richtigen Eingang findet, denn dieser liegt nicht am Campingplatz, sondern genau auf der anderen Seite - beim Pavillon. "Wir wollen hier etwas Regionales schaffen, mit Kultur und noch viel mehr", verdeutlicht Uwe Linke.

Der Wind säuselt durch die Bäume, die ein oder anderen Blätter fallen herab. Das Laub raschelt unter den Füßen und stimmt ein Gedicht an: "O du wunderschöner Herbst, wie du die Blätter golden färbst, deiner reinen Luft so klar und still, noch einmal ich mich freuen will."

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