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Lokales

24. November 2017 | 16:10 Uhr

Nur ein hellblaues Auge für Hansa

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erstellt am 27.Okt.2010 | 07:32 Uhr

Frankfurt/Rostock | Der FC Hansa Rostock ist noch einmal mit einem hellblauen Auge davongekommen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ahndete gestern im Einzelrichter-Verfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss die Vorkommnisse während der Drittliga-Partie bei Dynamo Dresden und sprach ein überraschend mildes Urteil.


DFB-Sportrichter packt den (Schaum-)Gummiknüppel aus

Trotz wiederholter Ausschreitungen gab es kein Geisterspiel und auch keinen Teilausschluss von Zuschauern: Der FC Hansa muss lediglich die nächsten beiden Auswärtspartien in der 3. Liga unter Ausschluss seiner Anhänger bestreiten. Dies betrifft die Begegnungen beim SV Sandhausen (5. November um 19 Uhr) sowie beim SV Wehen Wiesbaden (21. November um 14 Uhr).

Zudem müssen die Hanseaten für entgangene Einnahmen Sandhausen einen pauschalen Schadensersatz von 9000 Euro und Wehen Wiesbaden 18 000 Euro zahlen. Damit folgte der DFB im wesentlichen dem Maßnahmenplan, den der Vorstand des Clubs ohnehin nach den Ereignissen von Dresden verabschiedet hatte. Der FC Hansa, der erst in der vergangenen Woche wegen der Vorfälle in Erfurt, Babelsberg und Jena sowie gegen Braunschweig 10 000 Euro an den DFB zahlen musste, hat dem Urteil zugestimmt. Es ist rechtskräftig.

Das DFB-Sportgericht versah sein Urteil zudem mit einigen Auflagen. Der FC Hansa Rostock darf keine Karten zu den beiden genannten Partien anfordern. Tickets zu den beiden Begegnungen sollen von den Heimvereinen nur personalisiert beziehungsweise gegen Vorlage des Personalausweises und Registrierung des Käufers verkauft werden. Darüber hinaus muss der FCH Sandhausen und Wehen am Spieltag durch Fanbetreuer und eine ausreichende Anzahl eigener Ordnungskräfte vor Ort unterstützen.

Über das wegen besagter Vorfälle gegen Dynamo Dresden als Heimverein eröffnete Ermittlungsverfahren wird ebenfalls zeitnah entschieden.

Im Harbig-Stadion konnte Referee Babak Rafati (Hannover) die Begegnung erst mit vierminütiger Verspätung anpfeifen, weil im Rostocker Zuschauerbereich zahlreiche pyrotechnische Gegenstände gezündet worden waren, was zu erheblicher Rauchentwicklung führte. Zudem wurden zu Spielbeginn mehr als ein Dutzend Leuchtraketen abgeschossen, die teilweise im Mittelkreis niedergingen, wo sich bereits das Schiedsrichtergespann, beide Mannschaften sowie zwei Nachwuchsteams aufhielten. Auch wurden bengalische Feuer in den Innenraum geworfen. Während des Drittligaspiels gab es weitere Böller und Feuerwerkskörper aus dem Hansablock.

Den Gewalttätern Gesicht und Namen geben

MV-Innenminister Lorenz Caffier befürwortet ausdrücklich, dass der FCH sich deutlich von den Gewalttätern distanziert. "Diese Chaoten schädigen mit ihren Ausschreitungen wie in Dresden den Ruf des Vereins auf die schlimmste Weise. Sie schrecken nicht einmal davor zurück, die Gesundheit von Kindern zu gefährden. Polizei und Verein werden sehr eng zusammenarbeiten, damit Gewalttäter identifiziert werden können, damit ein brutaler, niederträchtiger Mob, der unter dem Deckmantel des Fußballs regelmäßig friedliche Bürger tyrannisiert, die Polizei angreift und die Justiz herausfordert, ein Gesicht und einen Namen bekommt und sich nicht länger feige hinter Masken versteckt, damit diese Gewalttäter konsequent bestraft werden", so Caffier.

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