Nur auf Umwegen in den Schlossgarten

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08. Juli 2010, 10:18 Uhr

Schwerin | "Der Buga-Zaun kommt weg." Dieses Versprechen von Bauminister Volker Schlotmann (SPD) kurz vor Ende der Bundesgartenschau im Oktober vergangenen Jahres sehen viele Schweriner als nicht vollständig eingelöst an. Hintergrund: Bei Veranstaltungen auf der Freilichtbühne wird der südliche Schlossgarten weiträumig und meistens gleich ganztägig abgesperrt.

Fußgänger sind dann zu weiten Umwegen gezwungen. Denn in der Burgseestraße hinauf zur Stellingstraße steht immer noch der alte Buga-Zaun, das Tor oberhalb der Kaskaden ist bei Konzerten zu. Ein neuer Zaun schließt sich lückenlos an, führt den Schleifmühlenweg bis etwa zur Hälfte hinunter und von dort abknickend bis zum Sandweg im Schlossgarten unterhalb der Kaskaden und der Freilichtbühne. Diese Querung des Parks ist bei Veranstaltungen sowohl vom Jägerweg als auch von der Schleifmühle kommend ebenfalls dicht.

Petra Blunk, Geschäftsführerin der C&M Concert und Management GmbH, die neben der Sport- und Kongresshalle auch die Freilichtbühne betreibt, ist selbst nicht glücklich über die weiträumige Absperrung: "Um möglichst viele Wege zum Schlossgarten offen zu halten, hätte ich mir gewünscht, dass wir zu der Lösung wie vor der Buga zurückkehren." Doch das Land, in dessen Besitz sich der Schlossgarten befindet, und die Stadt hätten sich gegen eine enge Einzäunung des Freilichtbühnen-Areals entschieden.

Schwerins Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff (Linke) macht dafür vor allem ästhetische Gründe geltend. Ein Zaun von der Stel lingstraße den Hang hinab hätte zwar den Vorteil, dass der Fußweg entlang der Kaskaden stets frei zugänglich wäre. "Wir wollten aber keinen solchen hässlichen Eingriff in die weitläufig angelegte Parklandschaft", so Friedersdorff. Auch hätte diese Variante zusätzliche Kosten bedeutet.

Die durch die jetzigen Absperrungen verursachten Umwege hält der Dezernent für zumutbar. "Wir wollen mit Konzerten auf der Freilichtbühne auch Touristen anlocken, von denen letztlich alle Schweriner profitieren", sagt Frieders dorff. Deshalb bitte er um Verständnis, wenn es zu zeitweiligen Behinderungen komme.

Ulrich Kache vom landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) kann die Debatte nur bedingt nachvollziehen. "Die Sperrung des Weges zwischen Jägerweg und Schleifmühle inklusive der drei Brücken über den Querkanal ist vom Veranstalter mit uns nicht abgesprochen worden." Hier bestehe dringender Gesprächsbedarf, denn der BBL sei für eine "ständige Öffnung" des Weges, so Kache.

Daran ist auch die Bürgerinitiative "Offener Schlossgarten" interessiert. Sprecher Gerhard Reichert: "Der Schlossgarten ist Verkehrsraum und Naherholungsgebiet und sollte passierbar sein."

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